Nasser Mai kompensierte trockenen Herbst

Ernte im Werra-Meißner-Kreis bisher unerwartet gut

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Getreideernte ist fast vorbei: Vielerorts liegen auf den Feldern bereits die Strohballen, wie hier an der B80 bei Witzenhausen an der Werra Richtung Gertenbach.

Bisher ist die Ernte im Werra-Meißner-Kreis „unerwartet gut“ ausgefallen – so beschreibt es Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Dass die Ertragslage der Feldfrüchte so gut ausfällt, hätten viele Landwirte nach der Trockenheit im Jahr 2018 nicht erwartet.

Im Herbst sei durch die Trockenheit wenig Saat aufgegangen. Als das Frühjahr ebenfalls trocken startete, lebten laut Roth viele Bauern im Kreis von der Hand in den Mund und hatten die Befürchtung, dass die Ernte in diesem Jahr wieder schlecht ausfällt. „Doch der Mai war kühl und nass, das hat vielen gute Erträge beschert“, sagt Roth. Das habe vorher keiner erwartet.

"Die Ernte ist bisher gelungen"

Im Herbst sei der Winterraps deutlich reduziert ausgesät worden, weil die Angst bestanden habe, dass er gar nicht aufgeht. „Das ist auch eingetreten“, so Roth. 20 Prozent seien Umbruchsfläche gewesen. Der Anbau wurde also untergeackert, stattdessen stiegen viele Landwirte auf andere Früchte wie Hafer und Sommergerste um. 

Der Ertrag an Wintergerste und Weizen liege im Durchschnitt und teilweise darüber. „Die Ernte ist bisher gelungen“, zieht Roth ein Zwischenfazit. Das gelte auch für das Gras, das die Landwirte mit Rindviehbetrieb benötigen. Im Werra-Meißner-Kreis sei sowohl die Qualität als auch die Menge gut gewesen; laut Roth wird dank des Niederschlags in den vergangenen Tagen sogar ein weiterer Schnitt des Grases möglich sein.

Vor Kurzem sind die ökologischen Vorrangflächen freigegeben worden – das heißt, Landwirte dürfen diese Brachflächen befristet für dieses Jahr sowohl beweiden als auch schneiden. Im Kreis sei das nicht nötig gewesen. „Andere Kreise in Hessen haben mehr unter der Trockenheit zu leiden“, sagt Roth – vor allem in Süd- und Mittelhessen seien Landwirte auf diese Vorrangflächen angewiesen.

Die Hoffnung, die Roth und alle Landwirte haben: dass das Wetter so bleibt, wie es ist, und sich Regen und Sonne abwechseln. 

Ernte noch nicht abgeschlossen

Der Mais und die Rüben stehen in diesem Jahr überwiegend auf reduzierten Flächen, aber auch da rechnet man mit guten Erträgen, so Kreisbauernverband-Geschäftsführer Uwe Roth. Beim Weizen und Hafer gebe es noch Restflächen, die abgeerntet werden müssen, außerdem stehe die Ernte des Rapses an. „Ab dem 15. August geht die Rapsaussaat schon wieder los, das heißt, der Raps hat nur ein Zeitfenster von zweieinhalb Wochen“, sagt Roth.

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