Nicht Teil des Arbeitsvertrages

Erzieher im Kreis meist mit Renovierungsarbeiten beschäftigt - Kurzarbeit nur bei der Awo

Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Kindertagesstätten nur eine Notbetreuung anbieten. (Symbolbild) 
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Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Kindertagesstätten nur eine Notbetreuung anbieten. (Symbolbild) 

Die Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis dürfen wegen der Corona-Pandemie ausschließlich für die Notbetreuung öffnen. Dennoch nutzt kaum einer der Kindergärten Kurzarbeit.

Überstunden wurden abgebaut, Resturlaube genommen und im Zweifel Minusstunden gemacht: Obwohl die Kindergärten im Kreis seit neun Wochen ausschließlich Notbetreuung anbieten, gibt es in den meisten Einrichtungen keine Kurzarbeit. Dies ergab eine Umfrage bei den Bürgermeistern.

Um die Erzieher der drei Wanfrieder Einrichtungen in den vergangenen Wochen auch angesichts insgesamt nur 14 zu betreuender Kinder zu beschäftigen, wurde gestrichen, Fenster wurden geputzt und es fanden Außenarbeiten auf dem Gelände statt. „Ich fand es super, dass diese Arbeiten mit Verständnis und Freude durchgeführt wurden, obwohl sie nicht Teil des Arbeitsvertrages sind“, freut sich Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Auch in Hessisch Lichtenau haben die Erzieher schon Unkraut gejätet, Maler- und Streicharbeiten vorgenommen oder Masken genäht.

In Großalmerode, wo alle drei Kindergärten unter Trägerschaft der Awo stehen, wurde für April Kurzarbeit beantragt. Allerdings habe die Stadt eine Aufstockung auf 100 Prozent des Nettolohns bewilligt, sagt Bürgermeister Finn Thomsen. Für Mai werde noch geprüft, ob Kurzarbeit weiterhin möglich ist. Auch der Awo-Kindergarten in Sontra hat Kurzarbeit angemeldet. Da aktuell nur drei Kinder die Notbetreuung des evangelischen Kindergartens besuchen, hat die Stadt auch dort Kurzarbeit angeraten. In Hessisch Lichtenau wurde im Awo-Kindergarten ein Schichtdienst eingeführt, der jedoch keinen Einfluss auf die vertragliche Arbeitszeit der Erzieher habe, sagte Bürgermeister Michael Heußner.

Sowohl in Wanfried als auch im Ringgau drängen die Städte darauf, dass die Kirche als Träger der Einrichtungen nun Kurzarbeit für die Erzieher anmeldet. Die Städte als Kostenträger würden erheblich an Personalkosten sparen, während die Mitarbeiter größtenteils keine oder nur geringe Lohneinbußen hinnehmen müssten, argumentieren die Bürgermeister.

Die Betreuungszahlen liegen zwischen 8 (Herleshausen), 14 (Neu-Eichenberg), 41 (Meinhard), 70 (Eschwege) und 102 Kindern (Witzenhausen). Die Zahl der zu betreuenden Kinder steigt stetig. 

Verwaltungen haben mehr zu tun als sonst

Durch die Corona-Verordnungen haben die Gemeindeverwaltungen laut der Bürgermeister eher mehr zu tun als vorher, auch durch Stundungsanträge. 

In Eschwege arbeiten Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur zeitversetzt in zwei Teams, damit auch im Fall einer Infektion weiterhin Leistungen erbracht werden können. Aktuell wird nur in Großalmerode geprüft, ob für die Hausmeister der Dorfgemeinschaftshäuser und das Freibadpersonal Kurzarbeit möglich ist.

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