Wallmann: Alle Schritte abgestimmt

CDU fordert Sondersitzung zum Eschweger Verwaltungsneubau

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Baustelle: Hier am Schlossplatz in Eschwege soll das neue Verwaltungszentrum für die Kreisverwaltung entstehen. 

Zur Berichterstattung über die Kreistagsentscheidung vom 25. September bezieht Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann Stellung. 

„Durch die Umplanung des Neubaus für das Verwaltungszentrum in Eschwege konnten die Kosten von 15 Millionen auf 12,5 Millionen Euro verringert werden“, heißt es in der Mitteilung.

In seiner Sitzung am 24. Juli 2015 hatte der Kreistag demnach die Durchführung des Architektenwettbewerbs beschlossen. Dies sei großer und einvernehmlicher Wunsch aller Fraktionen gewesen, um ein transparentes Verfahren und die besten Ergebnisse zu erzielen. Am 7. Juli 2016 vergab der Kreistag laut Wallmann den Auftrag zur Planung des Verwaltungszentrums in Eschwege an das Architekturbüro Hufnagel.

Während der Planungsphase habe sich herausgestellt, dass die festgelegte Investitionssumme von 10,5 Millionen auf 15 Millionen Euro steigen würde. „Aufgrund dieser Tatsache wurden mit dem Büro Hufnagel Verhandlungen geführt – mit dem Ziel, die Mehrkosten zu minimieren. Das Büro war jedoch nicht bereit, Änderungen an den kostenrelevanten Bauteilen wie Fassade, Dachlandschaft und Spange zwischen Forstgasse und An den Anlagen vorzunehmen“, sagt Wallmann. Der Aussage des Architekten in der Werra-Rundschau, ein Angebot unterbreitet zu haben, die Planung für eine Kostensenkung anzupassen, sei „schlicht falsch“.

Daraufhin wurde wie berichtet eine Neuplanung des Verwaltungszentrums durch den kreiseigenen Architekten vorgenommen. Nach Abschluss der Neuplanung wurde die Kostenberechnung laut Wallmann noch einmal von einem externen Büro überprüft. In der Investitionssumme von 12,5 Millionen Euro seien sämtliche bisher angefallenen Kosten einschließlich der Ausgaben für Architekt und Architektenwettbewerb enthalten.

Bis zum heutigen Tage wurden dem Büro Hufnagel nach Angaben des Kreises rund 590.000 Euro überwiesen. Architekt Karl Hufnagel nannte indes eine Summe von 800.000 Euro (wir berichteten). Die erbrachten Leistungen seien damit gezahlt, weitere Zahlungen nicht geplant.

Alle über die Honorarkosten für Hufnagel und den Architektenwettbewerb hinausgehenden bisher durchgeführten Maßnahmen – zum Beispiel der Ankauf des ehemaligen Schlosshotels, die Abbruchkosten und die Gutachterkosten – können Wallmanns Ausführen zufolge bei der Neuplanung weiter verwandt werden.

„Auf Basis dieser Neuplanung mit den Gesamtinvestitionskosten von 12,5 Millionen Euro sowie den entsprechenden Investitionsfolgekosten hat der Kreistag am 22. März 2019 entschieden, den Vertrag mit dem Büro Hufnagel zu kündigen beziehungsweise aufzuheben und die nach aktuellem Berechnungsstand cirka 2,5 Millionen Euro günstigere Neuplanung umzusetzen“, sagt er. Alle Schritte seien mit den im Kreistag vertretenden Parteien im Rahmen einer interfraktionellen Runde und des Finanzausschusses abgestimmt worden.

„Wir stehen für Transparenz und haben über alle Schritte umfassend informiert, dies bleibt auch in Zukunft so“, bilanziert Dr. Rainer Wallmann abschließend.   

Grüne: „Es wurde nichts gemauschelt"

CDU-Fraktionschef Uwe Brückmann sagt im Zusammenhang mit dem Finanzdebakel um das Kreishaus, man gewinne den Eindruck, „dass bewusst Informationen von der Kreisspitze zurückgehalten worden sind, damit der Kreistag die Geschäftsbeziehung mit dem Architekturbüro Hufnagel beendet.“ Die FWG um Andreas Hölzel unterstützt den Vorstoß. Verständnis für das Vorgehen des Kreises hat indes Lothar Quanz, der der SPD im Kreistag vorsteht. „Gespräche mit dem Architekten laufen intern auf Geschäftsebene. Um das bestmögliche Ergebnis für den Kreis zu erzielen, wäre es kontraproduktiv, alles öffentlich zu machen.“

Bernhard Gassmann von den Linken erinnert sich indes daran, dass der interfraktionellen Lenkungsgruppe für den Verwaltungsneubau im Dezember 2018 mitgeteilt wurde, dass mehr als 500 000 Euro Honorar an den Architekten gezahlt wurden. „Das haben die anderen Fraktionen verschlafen. Auch aus diesem Grund hatten wir als einzige Fraktion seinerzeit im Kreistag dafür gestimmt, an der ursprünglichen Planung für den Neubau festzuhalten.“ Sigrid Erfurth (Grüne) kannte ebenso die Zahlen. Sie bewertet das bisherige Vorgehen als einwandfrei. „Es wurde nichts gemauschelt.“ Gerade deswegen müssten Fragen zeitnah in einer Sitzung geklärt werden. 

Anfragen unserer Zeitung zu dem Thema an Landrat Stefan Reuß und die FDP-Fraktion blieben unbeantwortet.

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