Mit Investor durchstarten

Eschweger Unternehmen entwickelt künstliche Intelligenz - auch Naturpark Frau-Holle-Land arbeitet mit Software

+
Eschwege: Unternehmen startet auf dem europäischen Markt durch

Ein junges Eschweger Unternehmen startet auf dem deutschsprachigen europäischen Markt durch. Das Unternehmen entwickelt Künstliche Intelligenz.

Kommunikation im Online-Chat, zwischen Nutzer und Internetseite ist automatisiert. Eineinhalb Jahre arbeiteten die Software-Entwickler, bevor das Programm Anfang des Jahres marktfähig war. Für einige wenige Unternehmen wurden für die speziellen Bedürfnisse individuelle Versionen modifiziert. 

Für breitgestreutes Marketing und großflächigen Vertrieb fehlte den Entwicklern aus Eschwege das Geld. Das hat sich inzwischen geändert. Mit einem „mittleren sechsstelligen Betrag“ steigt ein Kapitalgeber ein.

„Der Investor sieht die Marktchancen unseres Produktes“, sagt Steube. Der Geldgeber komme aus der Region, sei branchenfremd und wolle im Hintergrund bleiben – namentlich also nicht genannt werden.

Ständige Optimierung der Software

„Wir haben die Software vorgestellt, die Zukunftsmöglichkeiten wurden erkannt“, so der Geschäftsführer. Der Investor habe das Produkt zusätzlich testen lassen und sich schließlich zur Finanzierung von Marketing und Vertrieb entschlossen.

Zunächst mit externen Vertriebspartnern aus der Branche und in Deutschland sowie im deutschsprachigen europäischen Ausland will Steube seine KI-Software jetzt vermarkten. Aber auch darüber hinaus gibt es bereits Anwender und Interessenten. Steube: „Wir sind dran, das Programm für einen Kunden zu internationalisieren und englischsprachig auszubauen.“

Die Software werde ständig optimiert. „Das Produkt wächst kontinuierlich.“ Das sei Teil eines laufenden Prozesses. Selbst für kleinere Unternehmen sieht der Conrat-Websolutions-Chef eine ganze Reihe sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten. 

„Wir passen die Programmierung dann individuell an, sodass die Firmen in die Nutzung hineinwachsen können“, sagt Geschäftsführer Steube.

Daten intelligent einordnen und sortieren

Wenn Unternehmen neue Mitarbeiter suchen, hilft Software, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Im ersten Kontakt mit dem Bewerber werden alle relevanten Daten abgefragt, sortiert und zum Vergleich mit den übrigen Bewerbern eingeordnet. Für den Entscheider im Unternehmen werden Bewerberdaten so sortiert, dass ein direkter Vergleich möglich ist. Künstliche Intelligenz vergibt in Unternehmen mit starkem Publikumsverkehr beim telefonischen Erstkontakt Termine an Kunden und pflegt die digitalen Kalender der Mitarbeiter.

Naturpark arbeitet mit Eschweger Software

Der Naturpark Frau-Holle-Land verwendet die Software des Eschweger Unternehmens Conrat Websolutions zur Beantwortung von Anfragen zur Mohnblüte. Im Chat wird über die aktuelle Entwicklung informiert, Fotos vom Tag sind zu sehen. „Das erspart viele Telefonate“, sagt Matthias Steube.

Für den Geschäftsführer des jungen Unternehmens ist das nur ein Beispiel für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Qualifizierte Auskünfte würden nach wie vor von den Mitarbeitern gegeben. „Aber die Frage: Blüht der Mohn schon? hält nur auf“, sagt er.

Conrat Websolutions mit Sitz an der Niederhoner Straße im Zentrum der Wirtschaft erzielt einen Jahresumsatz in Höhe von einer Viertelmillion Euro und beschäftigt drei Mitarbeiter. „Wir würden gern einen Azubi nehmen“, sagt Steube, der Fachinformatiker ausbildet. Die Branche wächst, und das Eschweger Unternehmen rechnet mit deutlichen Zuwachsraten. Personal wird dringend benötigt. „Wir werden weitere Programmierer brauchen, wenn wir wachsen“, sagt Steube. Und die seien schwer zu bekommen. Mit dem gerade gewonnenen Investor, der mit einem mittleren sechsstelligen Betrag einsteigt, werden Marketing und Vertrieb angekurbelt. Deutschland, die Schweiz und Österreich sind die ersten Ziele der Eschweger Softwareentwickler. 

Im März kommenden Jahres ist Conrat Websolutions auf der Internet-World in München präsent und wird sein Premium-Produkt dort einem breiten Messepublikum vorstellen. Mit dabei: Roboter Primus, der sinnbildlich für diese Software steht. Primus ist ein eigener Entwurf und bei allen Marketingaktionen dabei. Für die Messebesuche wird er als 3D-Modell ausgedruckt. 

Künstlicher Intelligenz gehört nach Einschätzung Steubes der Zukunftsmarkt. Und KI sei in vielen Unternehmen längst Gegenwart. „Dabei sind wir noch ganz am Anfang und längst nicht so weit, dass KI sich so wie die menschliche Intelligenz mit neuen Fakten auseinandersetzen kann“, sagt Steube. Vielmehr konzentriere sich das Produkt auf programmierte Spezialgebiete. 

Und: Sie übernimmt einfache Aufgaben wie die Sortierung von Daten, beispielsweise bei der Personalrekrutierung sowie Kommunikation im Online-Chat. In der KI-Anwendung sieht der Unternehmer die Möglichkeit, Betriebsabläufe zu vereinfachen, wiederkehrende Arbeiten, einfache Prozesse zu automatisieren. Mitarbeiter würden entlastet und Kapazitäten für hochwertigere Aufgaben gewonnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.