Wetter hat Auswirkungen

Frühling war zu kalt: Imker klagen über schlechte Honigernte

Arbeit am Bienenstock: Thomas Krüger vom Imkerverein Eschwege träufelt Perizin auf seine Bienen, um die Ausbreitung der gefährlichen Varroa-Milbe zu stoppen. Foto: privat/nh

Werra-Meißner. Die frühe Obstblüte nach einem milden Winter, gepaart mit dem nasskalten Frühjahr, hat den heimischen Imkern erneut die Honigernte verdorben.

Laut des Hessischen Imkerverbands lag der Ertrag bei etwa 30 Kilogramm Honig pro Volk, normal seien um die 40.

„Insgesamt ist es auch bei uns sehr schlecht gelaufen“, sagt Thomas Krüger, der Vorsitzende des Imkervereins 1895 Eschwege, „bei mir waren es nur knapp 15 Kilogramm pro Bienenvolk, sonst hatte ich immer um die 30“. Fast alle Vereinsmitglieder hätten mindestens ein Drittel weniger an Erträgen gehabt.

Das wird von Danny Jöckel, dem Vorsitzenden des Imkervereins Witzenhausen, bestätigt: „Das Wetter hat sehr große Auswirkungen auf den Honigertrag. Und weil es so unkonstant war, lief es für uns auch nicht so gut im vergangenen Jahr.“ Demnach seien die Bienen wegen des milden Winters nicht zur Ruhe gekommen, der Sammelflug wegen des Wetters über Wochen hinweg verhindert worden und zudem hätten die Pflanzen zu wenig Nektar produziert.

„Besser wäre es - und das hoffe ich für das Jahr 2015 - wenn es einen richtig kalten Winter gibt, dann im Frühling frühlingshafte Temperaturen und im Sommer dann zusammenhängende Schönwetterperioden“, sagt Jöckel. Wie stark die Erträge zurückgegangen sind, konnte der 40-Jährige nicht sagen, „aber es war definitiv recht viel. Insgesamt war es die schlechteste Saison, seit dem ich als Imker tätig bin. Und das sind 15 Jahre. Die geringeren Mengen Honig habe er dann mit einer höheren Anzahl an Bienenvölkern ausgeglichen, sagt er.

Beide Imker haben die Preise für ein Glas Honig trotz der schlechten Saison aber nicht erhöht. „Allgemein wird es hierzulande aber zu einer moderaten Erhöhung von 4,50 Euro für 500 Gramm auf durchschnittlich 5 Euro kommen“, sagt Krüger.

Schlechteste Ernte seit 32 Jahren 

Die Zahl der Imker in Hessen ist nach früheren Verbandsangaben erneut gestiegen. Derzeit sind es fast 8800, die sich um 50 500 Bienenvölker kümmern - auch das ein Zuwachs. „Für mich ist die Ernte 2014 die schlechteste seit 32 Jahren“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Imker, Manfred Ritz. Demnach kamen in diesem Jahr im Schnitt nur um die 30 Kilogramm Honig pro Bienenvolk zusammen, normal sind etwa 40.

Bereits das vergangene Jahr war für die Imker wegen des durchwachsenen Wetters wenig zufriedenstellend verlaufen. Trotz der geringen Ausbeute an Honig ging Manfred Ritz davon aus, dass der Honigpreis wohl stabil bleibt. (nic/red)

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