Wegen langer Wärmeperiode

Frühere Brunftzeit: Die Gefahr von Wildunfällen im Kreis ist hoch

Werra-Meißner. Durch die lange Wärmephase hat die Brunftzeit des Rehwildes in diesem Jahr etwas früher begonnen als üblich.

Damit ist das Risiko von Wildunfällen angestiegen – auch im Werra-Meißner-Kreis. Das Regierungspräsidium Kassel als Obere Jagdbehörde rät Auto- und Motorradfahrern deshalb zu besonderer Vorsicht.

Vor allem in Wald- und Feldgebieten sollten Verkehrsteilnehmer vom Gas gehen, sagt Katrin Teuwsen vom Forstamt Hessisch Lichtenau. Wildtiere hielten sich derzeit beispielsweise auch in Maisfeldern auf. „Beim Rehwild nennt man die Brunftzeit Blattzeit – die männlichen Tiere sind auf der Suche nach weiblichen“, sagt Teuwsen. 

Die Blattzeit dauert normalerweise von Mitte Juli bis Mitte August, habe dieses Jahr allerdings schon rund zwei Wochen früher begonnen. Wichtig für alle Verkehrsteilnehmer: „Wenn ein Rehwild die Straße kreuzt, ist immer noch mit einem zweiten Tier zu rechnen“, sagt Teuwsen.

Bereits 353 Wildunfälle

Im Werra-Meißner-Kreis gab es dieses Jahr bereits 353 Wildunfälle, teilt Polizeisprecher Jörg Künstler mit (Stand: 30. Juni). Einmal sei ein Mensch schwer verletzt worden, zweimal leicht. Diese Zahl ist konstant geblieben: Im Vorjahreszeitraum ereigneten sich 344 Wildunfälle mit sechs Verletzten. 2017 gab es im Landkreis insgesamt 704 Wildunfälle, bei denen zehn Menschen verletzt wurden.

Vergleicht man die Statistik der Wildunfälle im Kreis, ist die Zahl von 2016 auf 2017 leicht gestiegen: 2016 waren es 627 und sechs verletzte Personen. Laut Polizeipräsidium Nordhessen steigt die Zahl erfahrungsgemäß in der sommerlichen Brunftzeit erheblich an.

Die Dunkelziffer der Wildunfälle ist laut Jagdverband bundesweit vermutlich vier- bis fünfmal höher als die offiziellen Zahlen, da nicht alle Zusammenstöße mit Wildtieren gemeldet beziehungsweise registriert werden. 

Tipps der Polizei: Abblenden, bremsen und hupen

Jedes Jahr gibt die Polizei Tipps für Autofahrer zum Thema Wildunfälle: Taucht ein Tier auf der Straße auf, sollten Sie sofort abblenden, bremsen und wenn möglich hupen. Versuchen Sie nicht, dem Tier auszuweichen, da Sie sonst womöglich in den Gegenverkehr geraten. Rechnen Sie außerdem mit weiteren Tieren. 

Wenn es doch zu einer Kollision kommt, schalten Sie die Warnblinkanlage ein, sichern Sie die Unfallstelle ab und informieren Sie die Polizei. Vorsicht gilt bei noch lebenden Tieren. Selbst wenn das Tier weiterläuft, dürfen Sie nicht einfach weiterfahren. Fast immer ist es verletzt und muss nachgesucht werden. 

Wer sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt, macht sich strafbar und verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Zudem ist es verboten, das Wildtier einfach mitzunehmen. 

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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