Keine Essensreste ins Klo

Gemeinden geben bis zu 8000 Euro für Rattenbekämpfung aus

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Essensreste sollten nicht über Toiletten und Waschbecken entsorgt werden, da das Ratten anlockt. Stattdessen sollen alle Speisereste über die Biotonne entsorgt werden. 

Die Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis ermahnen die Bürger dazu, keine Essensreste über Waschbecken oder Toilette zu entsorgen, da dies Ratten anlockt. Solche Abfälle gehörten auch nicht auf den Kompost, sondern ausnahmslos in die Biotonne.

Dass die Entsorgung über Abflussrohre nach wie vor häufig vorkommt, bestätigt auch Bernd Sennhenn. „Anhand der Dinge, die bei uns in der Rechenmaschine ankommen, könnte ich mir locker ein Vier-Gänge-Menü zusammenstellen“, sagt der Leiter der Kläranlage Fürstenhagen.

Bernd Sennhenn, Kläranlage Fürstenhagen

Um einer Rattenplage vorzubeugen, sei es wichtig, den Tieren die Nahrungsgrundlage zu entziehen, teilt die Stadt Eschwege mit. So müssten Abfälle und Futtermittel gut verschlossen auf Höfen und in Wirtschaftsgebäuden gelagert werden und auch ein Katzen- oder Hundefutternapf dürfe nicht frei zugänglich im Garten oder auf der Terrasse stehen. Auch das Füttern von Enten sollte besser unterlassen werden, um keine Ratten anzulocken.

Die jährlichen Kosten für die Auslegung von Ködern in der Kanalisation variieren bei den Gemeinden stark: Während Neu-Eichenberg nur in seltenen Fällen nach Bedarf investiert, da dort der Wasserverband Leine-Süd für die Kanäle zuständig ist, zahlt die Stadt Eschwege 3000 Euro für Köder und Personal. Im Zentralklärwerk Eschwege, das auch für Berkatal zuständig ist, haben zwei Mitarbeiter den Sachkundenachweis zum Auslegen der Köder. Großalmerode investiert jährlich 500 Euro in Köder, in Witzenhausen werden jedes Jahr 1900 Euro fällig. Hinzu kommen zwischen 300 und 500 Euro für die zusätzliche Auslegung bei gemeldeten Einzelfällen. Mit 8000 Euro investiert die Stadt Bad Sooden-Allendorf mit Abstand am meisten Geld in die Rattenbekämpfung. Die Summe ist laut Klaus-Peter Oldeland von den Stadtwerken Bad Sooden-Allendorf 2019 aufgrund erhöhter gesetzlicher Anforderungen im Vergleich zu den Vorjahren um 2500 Euro gestiegen. Köder werden im Stadtgebiet und in den Stadtteilen der Badestadt jährlich im Frühjahr sowie im Kurgebiet zusätzlich noch im Herbst ausgelegt.

Bei Rattensichtung Ordnungsamt kontaktieren

Bürger, die Ratten gesehen haben, melden dies der Gemeindeverwaltung. Meistens ist das Ordnungsamt zuständig, in Meinhard die Bau- und Friedhofsverwaltung. In Eschwege kann man direkt das Zentralklärwerk kontaktieren, in Neu-Eichenberg auch den Wasserverband Leine-Süd. Sind die Ratten auf dem eigenen Grundstück, muss man als Eigentümer einen Schädlingsbekämpfer engagieren – es sei denn, man hat einen Sachkundenachweis, um selbst Köder auszulegen.

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