200 Jahre Raiffeisen

Genossenschaften: „Das Herzstück ist starke Gemeinschaft“

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Menschen im Blick: Auch nach der Fusion der Raiffeisenbanken mit der Volksbank im Jahr 2000 hält die VR-Bank Werra-Meißner nach wie vor den Genossenschaftsgedanken hoch.   

Werra-Meißner. Am 30. März 1818 – vor genau 200 Jahren – wurde Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren. Wir haben angesichts dieses Jubiläums bei Bettina Maschke, Vorstandsmitglied der VR-Bank Werra-Meißner, nachgefragt, inwiefern der Genossenschaftsgedanke heute noch gelebt wird.

Was genau ist eine Genossenschaft?

Bettina Maschke: Ein Zusammenschluss von Personen, die ein gemeinsames Interesse (Wohnraum, Kredite oder Energie) mithilfe eines gemeinsamen Geschäftsbetriebes verfolgen. Der Vereinigung können wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Ziele zugrunde liegen.

Auch Handwerker oder Landwirte gründen Genossenschaften und kaufen Rohstoffe gemeinsam günstiger ein. In Genossenschaften sind Kunden zugleich Mitglieder und Miteigentümer und haben Anteile am Unternehmen. Jedes Mitglied hat das gleiche Stimmrecht und haftet mit seinen Geschäftsanteilen.

Wir sind nicht nur eine Genossenschaftsbank, wir leben die Genossenschaft auch. Wir fördern unsere Mitglieder und sind fest in der Region verankert.

Inwiefern steckt der Genossenschaftsgedanke in der VR-Bank Werra-Meißner?

Maschke: Die VR-Bank Werra-Meißner, deren Bilanzsumme bei rund 1,1 Milliarden Euro liegt, kam durch eine Fusion der Volksbank Hessisch Lichtenau und der Raiffeisenbanken Witzenhausen und Eschwege/Hessisch Lichtenau/Wehretal im Jahr 2000 zustande. Auch für unser Haus bedeutet Genossenschaft, dass wir nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaften.

Wir sind nicht nur eine Genossenschaftsbank, wir leben die Genossenschaft auch. Wir fördern unsere Mitglieder und sind fest in der Region verankert. Das Herzstück der Genossenschaft ist eine starke Gemeinschaft – und diese stärken wir nachhaltig.

Wie machen Sie das?

Maschke: Beispielsweise mit unseren Mitglieder- und Vertreter-Dialogen. Hier haben unsere rund 20 000 Mitglieder Gelegenheit, hautnah mit den Vorständen zu kommunizieren, und bekommen Antworten aus erster Hand. Jedes Mitglied profitiert von einem Mitbestimmungsrecht bei der Wahl der Vertreterversammlung. Zusätzlich hat die Mitgliedschaft auch ökonomische Vorteile für jeden Einzelnen, angefangen bei der jährlichen Dividendenausschüttung bis zu besonderen Produkten, beispielsweise bei unseren Verbundpartnern sowie Einkaufsvorteile über unsere VR-Bankcard plus.

Wie profitiert die Region von der Genossenschaft?

Maschke: In der Region selbst setzen wir den Genossenschaftsgedanken durch unseren Förderauftrag mit zahlreichen Spenden an Vereine und Institutionen um – insbesondere in den Bereichen Jugend, Soziales und Karitatives. Unsere Stiftung „Mit Herz für die Region“ fördert und unterstützt viele nachhaltige Projekte in der Region. Mit unserer Crowdfunding-Plattform vrwm.viele-schaffen-mehr.de ermöglichen wir vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, Projekte umzusetzen, die finanziell sonst nicht tragbar wären. Wir verdoppeln jede Spende eines Unterstützers bis zu 50 Euro.

Aktuell begleiten wir den Förderverein des Bergwildparks Germerode bei der Anschaffung eines Kletterfelsens sowie den SV Eintracht Germerode bei der Finanzierung einer neuen Vereinsfahne.

In den vergangenen 160 Jahren haben sich Genossenschaften in vielen Bereichen etabliert: • Wohnungsbau: Bau und Unterhalt von Wohnraum • Energie: Erzeugung ökologischer, dezentraler Energie, wie lokale Windräder • Kredit: Versorgung mit fairen Finanzprodukten wie Krediten und Geldanlagen • Sozial: Betrieb von sozialen Einrichtungen wie Seniorenheimen oder integrativen Werkstätten • Schüler: Organisation von Schülerzeitungen, Schulessen oder Schülernachhilfe • Dienstleistung: Einkauf und Vermarktung von Waren, wie bei Rewe oder Edeka • Landwirtschaft: Einkauf und gemeinsame Verarbeitung von Agrarprodukten.

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