Experte rät: Vorsicht beim Reptilienkauf

Auffangstation für Reptilien: Im Werra-Meißner-Kreis 828 geschützte Tiere

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Kümmert sich um Reptilien: Uwe Ringelhan, Betreiber der Auffangstation, mit einer Schnapp- oder Geierschildkröte.

Werra-Meißner. Rund 2000 Tiere werden von der Reptilienauffangstation für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen in jedem Jahr aufgenommen. 828 davon leben in der Station in Sontra im Werra-Meißner-Kreis.

Dabei handelt es sich nicht nur um Tiere, die zum Beispiel aus Überforderung vom Halter abgegeben werden, berichtet Leiter Uwe Ringelhan. Etliche Tiere würden auch wegen mangelnder Sachkunde vom Amt eingezogen. Dazu komme, dass es in Thüringen und schon länger in Hessen eine Verordnung über gefährliche Tiere gebe, die nicht gehalten werden dürfen. In Hessen kommen zum Beispiel Schlangen und Schildkröten dazu, die ihren Besitzern abhauen.

Trend geht zu exotischen Haustieren

In den vergangenen fünf bis sechs Jahren hat Ringelhan einen Trend hin zu exotischen Tieren bemerkt. „Das ist bequemer als zum Beispiel einen Hund zu halten, mit dem man rausgehen muss“, sagt er. Zudem könnten mittlerweile über das Internet „von der Mamba bis zum Krokodil“ alle Tiere bestellt werden. 

Dabei gebe es sowohl Halter, die sehr professionell agieren und ihren geschützten Tieren reichlich Lebensraum bieten, der auf sie zugeschnitten ist – zum Beispiel, was die Ausstattung des Terrariums nebst klimatischen Bedingungen betrifft. Daneben gebe es jedoch auch Menschen, die Lebewesen sehr beengt halten. Ringelhan: „Die gibt es aber auch bei nicht geschützten Tieren.“ 

Generell rät der Experte, dass sich Interessenten an einem Tier – egal welcher Art – erst ausführlich informieren. Bei geschützten Tieren gehe es dabei unter anderem um die Fragen: Welches Futter oder welches Futtertier benötigt der neue Mitbewohner, wie muss der Lebensraum nebst Luftfeuchtigkeit beschaffen sein und kann man das Tier vergesellschaften oder ist es eher ein Einzelgänger. Dazu kommt: „Eine Schildkröte wird fast so alt wie ein Mensch“, so Ringelhan. Zwar könne etwa die Europäische Schildkröte gut im heimischen Garten gehalten werden, müsse aber dann – gerade in Nordhessen – vor Fuchs, Dachs und Waschbär geschützt werden. 

Zwar gibt die Reptilienauffangstation auch Tiere an Interessenten ab, erkundigt sich aber vorher bei den Behörden nach dem Halter und spricht ein Handelsverbot aus. Sollte der Besitzer das Tier nicht mehr halten können, gehe es an die Station zurück.

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