Ihr Herz schlägt für Kinder

Heidi Bevern-Kümmel ist neue Sozial- und Jugendamtsleiterin beim Kreis

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Bereit für ihre neuen Aufgaben: Die bisherige Stellvertreterin Heidi Bevern-Kümmel hat die Leitung des Fachbereichs 4 für soziale Themen beim Werra-Meißner-Kreis übernommen.

Werra-Meißner. Ein entscheidungsfreudige Diplomatin, die gut verhandeln kann – so würde sich Heidi Bevern-Kümmel in einem Satz selbst beschreiben.

Sie leitet seit Kurzem den Fachbereich 4 – Jugend, Familie, Senioren, Soziales – beim Werra-Meißner-Kreis und sagt als Chefin von 102 Mitarbeitern selbstbewusst: „Ich führe gern.“

Seit 18 Jahren hat Bevern-Kümmel Führungsaufgaben beim Kreis, sie war unter anderem als Vize-Jugendamtsleiterin. 2010 wurde die Diplom-Verwaltungswirtin Leiterin der Sozialen Dienste – dem Fachdienst mit den meisten Mitarbeitern. Hier arbeitet sie eng mit den Sozialpädagogen zusammen, ist dicht dran an den Problemen der Familien im Kreis. „Das habe ich gern gemacht“, sagt die Eschwegerin, die drei eigene, mittlerweile erwachsene Kinder und drei Enkel hat.

Ihre Ausbildung absolviert sie bei der Agentur für Arbeit, nach der Geburt ihrer Zwillinge wechselt sie 1988 zur Kreisverwaltung. „Hier konnte ich in Teilzeit arbeiten, das war bei der Agentur für Arbeit nicht möglich.“ Bevern-Kümmel startet mit der Betreuung von Asylbewerbern, wechselt 1994 ins Frauenbüro, 1997 ins Jugendamt, wo sie zunächst für Vormundschaften, später für die Finanzierung der Jugendhilfe zuständig ist. „Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet“, sagt sie. „Mein Traum war immer, ins Jugendamt zu kommen. Wenn Kinder einen guten Start erhalten, zahlt sich das ein Leben lang aus.“ 

Kinderschutz liegt ihr am Herzen, und sie hat auch dafür gesorgt, dass viele Kinder keine Angst vorm Jugendamt haben, sondern in Notfällen auch mal dort vor der Tür stehen. Einer ihrer wichtigsten Ratgeber bei der Einschätzung von Gefährdungen sei stets ihr Bauchgefühl, sagt die 58-Jährige. „Ich habe viel Erfahrung.“

Im Jugendamt wird man auch mit schweren Schicksalen konfrontiert. „Empathie ist wichtig, man muss sich aber gut abgrenzen können“, betont Bevern-Kümmel. Um den Kopf freizukriegen, spielt sie Doppelkopf – und Tennis beim TC Meinhard. „Da lernt man auch, mal ein Match zu verlieren, aber vor allem die Erfolge zu sehen und sich wieder neue Ziele zu setzen.“

Das Ziel, Nachfolgerin von Ilona Friedrich zu werden, hatte sie sich eigentlich nicht gesetzt. Viele Jahre arbeiteten die beiden eng als Fachbereichsleiterin und Stellvertreterin zusammen. „Wir waren fast wie ein altes Ehepaar“, lacht Bevern-Kümmel. „Wir haben uns aneinander gerieben, aber oft gut ergänzt.“

Dass Friedrich Bürgermeisterin in Kassel wurde, habe sie überrascht, sie habe die Entscheidung aber verstehen können. Die Fußstapfen seien groß, „aber ich bin nicht die kleine Ilona, ich habe ein eigenes Profil.“

Mit ihren Stellvertreterinnen Myriam Lamotte-Heibrock und Astrid Rimbach-Jürjens wird sie ab Januar als erstes das neue Bundesteilhabegesetz umsetzen müssen. Bange ist ihr nicht. „Wir haben gute Strukturen und Rückendeckung im Kreis“, sagt Bevern-Kümmel. „Ich freue mich auf meine Aufgaben.“

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