Schulamt: "Lage ist ernst"

Im Werra-Meißner-Kreis fehlen Lehrer für die Grundschulen

Werra-Meißner. Bis 2025 fehlen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung deutschlandweit 35 000 Grundschullehrer. Auch im Werra-Meißner-Kreis wird es zunehmend schwerer, qualifizierte Lehrkräfte zu finden.

„Die Situation ist ernst“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des für den Werra-Meißner-Kreis zuständigen Schulamts in Bebra. Dramatisch sei es aber noch nicht. Offene Stellen für Grundschullehrer gibt es Hofmann zufolge „zwei bis drei“, Ende des vergangenen Jahres habe man sechs Lehrkräfte im Kreis eingestellt. „Der Grundunterricht ist abgedeckt“, sagt sie. Allerdings sei es schwer, Vertretungen zu finden, beispielsweise bei Erkrankungen. Ein weiteres Problem ist laut Hofmann, dass es zu wenig Referendare gibt, „der Bedarf an Grundschullehrern wird sich also noch weiter erhöhen“.

Der Verband Bildung und Erziehung Hessen hingegen schlägt Alarm. „Auf dem Land ist die Situation prekärer“, sagt Martina Beck, die Verantwortliche für den Kreis. Sie ist Schulleiterin in Röhrda und würde sich mit anderen Schulleitern austauschen, „aber es sind alle überfordert“. Bei Vertretungspersonal ohne adäquate Qualifizierung leide zudem die Qualität an den Schulen. Beck fordert, dass Grundschullehrer dasselbe Gehalt bekommen wie alle anderen Lehrer. Diese werden fast ausschließlich nach der Gehaltsgruppe A13 bezahlt, in Hessen liegt das Einstiegsgehalt dabei bei 3804 Euro brutto im Monat. Grundschullehrer verdienen nur nach A12, zu Beginn bekommen sie 3268 Euro.

Johannes Batton von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen spricht von einer „systematischen Abwertung des Berufs der Lehrerin und des Lehrers“, die mit der Mangelsituation zu tun habe. Zudem hätte das Land den Grundschullehrern immer mehr Aufgaben übertragen, ohne die damit steigende Belastung zu kompensieren. Er fordert eine Arbeitszeitverkürzung. 

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Rubriklistenbild: © dpa

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