Kein hiesiger Vorstand für Nabu-Kreisverband

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Die Schachbrettblume, aber auch viele andere seltene Pflanzen leben im Feuchtgebiet Glimmerode, das der Nabu seit vielen Jahren betreut hat. Wie es weitergeht, ist ungewiss.

Werra-Meißner. Auch ein Jahr, nachdem der Nabu-Kreisverband Werra-Meißner unter Fremdverwaltung durch den Landesverband gestellt wurde, hat sich noch kein neuer Vorstand gefunden.

Der Verein war nach dem plötzlichen Tod des Schatzmeisters sowie einem Unfall des 96-jährigen kommissarischen Vorsitzenden Konrad Volkhardt – der das Amt seit 1984 innehatte und aus Altersgründen nicht mehr kandidieren wollte – und persönlichen Differenzen mit einem potenziellen Stellvertreter Ende 2016 handlungsunfähig geworden.

Derzeit sei der im Februar 2017 gewählte Interimsvorstand, der sich aus vier Mitgliedern des Landesvorstands zusammensetzt, dabei, den Verein auf einen „übergabefähigen Stand“ zu bringen. So sei ein Gutachten beauftragt, wie die Pflegearbeiten laufen und wie man sie optimieren könne, sagte Interimsvorsitzender Gerhard Eppler auf Anfrage.

Der Vorstand sei auf zwei Jahre gewählt und werbe gerade für neue, jüngere und engagierte Mitglieder, die diese Position übernehmen würden. Wenn sich in der Zwischenzeit ein neuer Vorstand aus der Region finde, könne der Interimsvorstand auch vorzeitig abtreten. Um die Schwelle für Interessenten, von denen laut Eppler einige in der jüngsten Sitzung da gewesen seien, tiefer zu legen, steht der Vorschlag im Raum, die 50 Hektar Kreisverbandsflächen der Nabu-Stiftung zu überschreiben. Nach heftiger Diskussion in der Versammlung, zu der 30 der 300 Mitglieder kamen, wurde die Abstimmung auf die Sitzung im Februar vertagt. „Vor Ort hat man das Gefühl, dass die Flächen weggenommen werden sollen.“

Die Befürchtungen einiger Mitglieder gehen viel weiter: Sie sehen einen gezielten Zerfall des Vereins, der im Kreis nicht mehr präsent sei, keine Öffentlichkeitsarbeit betreibe und die Flächen nicht mehr pflege. Schließlich gingen Bar- und Grundvermögen von 40 000 und 500 000 Euro bei einer Auflösung an den Landesverband. 

2017 wurden die Ortsgruppen Sontra und Hessisch Lichtenau vom Nabu-Landes- und Interimsvorsitzenden des Kreisverbands Gerhard Eppler aufgelöst – und das, obwohl der ehemalige Vorsitzende der Sontraer Gruppe, Karl-Heinz Gieseler, die nur noch fünf Mitglieder starke Gruppe wieder aufbauen wollte. In Lichtenau war nach HNA-Informationen angebliche Vermögenslosigkeit der Grund für die Auflösung, obwohl die Gruppe über 4000 Euro verfügte. Nach einem neuen Vorstand sei gar nicht gesucht worden. Trotz Vorschrift in der Satzung soll es vorab keine Versammlung gegeben haben und die Mitglieder seien nie offiziell über die Auflösung informiert worden.

Warum der Nabu-Kreisverband fast vom Amtsgericht liquidiert worden wäre, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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