Zahl der Leser bleibt auf niedrigem Niveau

Kleine Büchereien im Werra-Meißner-Kreis kämpfen ums Überleben

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Sie mögen die Stadtbibliothek in Witzenhausen: Evan Ravn und ihre Tochter Alva (2).

Werra-Meißner – Von den 16 Büchereien im Werra-Meißner-Kreis, die es laut der Deutschen Bibliotheksstatistik gibt, haben vor allem die kleinen mit einem Rückgang der Ausleihzahlen zu kämpfen.

„Es gibt eine Stammleserschaft, aber die Zahlen nehmen ab“, sagt Diana Kirchheim von der Stadt- und Schulbibliothek Sontra.

„Wir hatten letztes Jahr 719 aktive Leser“, so Petra Köhrich von der Schul- und Stadtbücherei in Großalmerode und sagt, die Zahlen seien geringfügig gesunken. 2700 Medien wurden entliehen, in Sontra waren es ähnlich viele. 

Dass es allerdings auch einen entgegengesetzten Trend gibt, beweisen andere Büchereien im Kreis wie die Schul- und Stadtbücherei Hessisch Lichtenau, die im vergangenen Herbst den hessischen Leseförderpreis erhielt: „2018 wurden 4286 Medien entliehen, diese Zahl ist etwas gestiegen“, sagt Maria Köthke. Eschwege hat mit 85 000 Ausleihen im vergangenen Jahr und 27 000 Besuchen die höchsten Zahlen im Kreis. Einen Rückgang gab es im Sommer, sagt Judith Rode: „Es war einfach zu warm.“ Ansonsten sei kein Rückgang festzustellen.

In Witzenhausen waren es 2018 laut Tobias Salzmann etwa 43 000 Entleihungen. „Im Großen und Ganzen ist die Tendenz gleichbleibend mit einem leichten Trend nach oben“, sagt er. In Witzenhausen seien es rund 700 Leser, die die Bücherei regelmäßig nutzen. In Waldkappel gibt es 151 aktive Leser und 2018 wurden etwa 3300 Bücher ausgeliehen, so Andrea Larsen von der Stadtbücherei: „Die Zahl der aktiven Leser ist leider gesunken, die Zahl der entliehenen Bücher jedoch gestiegen.“

Gerade in kleineren Büchereien wird die Arbeit meist von Ehrenamtlichen übernommen, in größeren kümmern sich Angestellte der Stadt oder der Fördervereine der Schulen um die Büchereiaufgaben. Die städtischen Büchereien haben meist nachmittags geöffnet, wohingegen die Schul- und Stadtbüchereien auch morgens für die Schüler öffnen. 

Vergleich dank Deutscher Bibliotheksstatistik

Die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) enthält alle wichtigen Daten zu öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie dokumentiert die Arbeit von deutschen Büchereien und macht so einen Leistungsvergleich hinsichtlich Ausstattung, Bestand, Entleihungen, Finanzen und Personal möglich. Die Online-Datenbank der DBS weist die Daten von rund 14 000 Bibliotheken ab 1999 nach. Mehr als 7500 deutsche Bibliotheken melden jährlich ihre statistischen Daten der DBS.

Welche Angebote die Büchereien im Landkreis machen, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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