Kreissprecher Klinge: "Trend ist offensichtlich"

Kleiner Waffenschein ist gefragter denn je: Kreis bearbeitet sechsmal mehr Anträge

+
Ein Kleiner Waffenschein liegt in Dresden (Sachsen) zwischen einer Schreckschuss-Pistole „Walther P22“, einem Revolver, einem Magazin und einer Knallpatrone. Das Dokument berechtigt den Besitzer zum Tragen einer solchen Waffe in der Öffentlichkeit.

Werra-Meißner. Immer mehr Menschen beantragen im Werra-Meißner-Kreis einen sogenannten Kleinen Waffenschein. Dieser berechtigt dazu, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen zu führen.

Seit 2015 sind sechsmal mehr Anträge gestellt worden, als noch in den Jahren 2013 und 2014, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. „Der Trend ist somit offensichtlich.“

Im Jahr 2013 genehmigte der Landkreis noch zwölf Antrage, 2014 waren es 13 und im Jahr 2015 dann schon 72, berichtet Klinge. „Davon sind aber 32 noch nicht erteilt.“ Grund seien bislang unbeantwortete Sicherheitsanfragen beim hessischen Landeskriminalamt. Auch in diesem Jahr ist mit einer hohen Nachfrage zu rechnen. Allein im Januar wurden bereits 30 Anträge gestellt.

Ob die steigende Zahl von Flüchtlingen und die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln Grund für die steigende Nachfrage nach Schreckschusswaffen sind, lässt sich nicht eindeutig klären. Laut Klinge habe es nur einen Fall gegeben, bei dem der Antragsteller seinen Wunsch mit seiner Verunsicherung und seinem Schutzbedürfnis aufgrund der aktuellen Geschehnisse begründet hatte.

Die Polizei rät grundsätzlich vom Kauf ab. „Gaspistolen und -sprays vermitteln nur eine trügerische Sicherheit“, sagt Sprecher Reiner Lingner. „Die Reichweite solcher Waffen ist sehr gering, etwa drei Meter. Um sie in Notsituationen effektiv einsetzen zu können, muss man einen Angreifer also sehr nah an sich herankommen lassen.“ Die Gefahr, dass der Täter die Waffe entwendet und dann gegen sein Opfer einsetzt, sei groß, warnt Lingner.

Nicht jeder Antrag auf einen Kleinen Waffenschein wird genehmigt. Als Voraussetzung für die Erteilung nennt Kreissprecher Klinge Volljährigkeit, Zuverlässigkeit und Eignung in körperlicher und geistiger Hinsicht. Dies werde durch Sicherheitsanfragen beim Bundeszentral- und beim Melderegister der Wohnsitzgemeinde geprüft.

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.