Geplante Eingriffe sind nun möglich

Klinikum Werra-Meißner nimmt OP-Betrieb wieder auf

Darf wieder operieren: Unser Archivbild zeigt Prof. Dr. Michael Korenkov (rechts), Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, vor Beginn der Pandemie. 
+
Darf wieder operieren: Unser Archivbild zeigt Prof. Dr. Michael Korenkov (rechts), Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, vor Beginn der Pandemie. 

Seit dieser Woche darf das Klinikum Werra-Meißner wieder planbare Operationen. Möglich wurde das durch einen neuen Erlass des Landes Hessen.

„Alle Patienten, deren Termine im März abgesagt wurden, werden von den einzelnen Abteilungen unserer Häuser wegen der Absprache kontaktiert“, kündigt Klinikumssprecher Florian Künemund an. Wie das hessische Sozialministerium auf seiner Internetseite ausführt, sollen Kliniken 25 Prozent aller Intensivbetten für die Behandlung von Corona-Patienten vorhalten. 70 Prozent der OP-Kapazitäten dürfen für geplante Eingriffe verwendet werden. Aber: „Innerhalb von 72 Stunden soll eine maximale Umstellung auf die Coronavirus-Versorgung im Fall stark steigender Behandlungsfälle möglich sein“, so Künemund. Die bisherigen Regelungen zu den Abstrichen auf das Coronavirus bei Ankunft im Klinikum für alle Patienten bleibe bestehen.

„Leider sind wir momentan im Vergleich zu allen anderen Kliniken in Nordhessen noch extrem mit der Behandlung von Covid-Patienten belastet – aktuell in Witzenhausen fünf Patienten auf der Intensivstation, 15 gesicherte Fälle auf Normalstation und um die 20 isolierte Patienten an beiden Häusern zum Covid-Ausschluss“, sagte Ärztlicher Direktor Dr. Peter Schott am Montag.

Schott geht davon aus, dass auf der Witzenhäuser Intensivstation zunächst weiter nur Covid-Patienten behandelt werden. „Alle anderen Intensiv-Patienten werden nach Eschwege verlegt.“ Die Stationen 6 in Eschwege sowie 2 und 3 in Witzenhausen würden weiter als Isolations- und Behandlungsstation für Coronafälle vorgehalten, so Schott. Daher gebe es insgesamt weniger freie Betten als sonst. „Auch können Patienten nicht im gewohnten Prozentsatz in die Geriatrie verlegt werden“, sagt Schott. Die Weiterbehandlung in Reha- und Kurzzeitpflege-Einrichtungen sei erschwert, da viele Häuser eingeschränkt arbeiten. Schott erwartet, dass die Patienten länger in den chirurgischen Stationen bleiben müssen, ein großer Teil müsse zudem direkt nach Hause entlassen werden. Deshalb werde es auch weniger Operationen geben.

Um die Behandlungskapazitäten zu erhöhen, werden bestätigte Corona-Patienten in Doppelzimmern behandelt, Verdachtsfälle in Einzelzimmern isoliert, so Künemund. An einem Konzept für die Wiederaufnahme von Operationen in Witzenhausen und die Einbeziehung der Belegärzte werde gearbeitet. Einzelne Patienten der Palliativmedizin können wieder in Witzenhausen betreut werden. Die stationäre Schmerztherapie soll wieder aufgenommen werden, sobald genug Räume und Personal dafür einsetzbar sind. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.