Krankenkassen melden mehr Verordnungen

Krätze-Fälle nehmen auch im Werra-Meißner-Kreis zu

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Werra-Meißner. Die Zahl der Krätze-Erkrankungen steigt: In Hessen stieg die Anzahl der Verordnungen für Medikamente, die die kleinen Milbentiere bekämpfen sollen, innerhalb eines Jahres um 56 Prozent, berichtet Norbert Sudhoff von der Krankenkasse Barmer.

Auch im Kreis ist ein Anstieg feststellbar. Wie Carolin Triller von der BKK Werra-Meißner berichtet, gab es im ganzen Jahr 2016 65 Fälle von Krätze-Erkrankungen. Bereits zum Ende des dritten Quartals im Jahr 2017 waren schon 64 Fälle verzeichnet.

Auch bei der AOK Hessen stiegen die Zahlen der Verordnungen deutlich an. Wurden im Jahr 2015 noch 78 Packungen über einen der gängigen Wirkstoffe Ivermectin, Permethrin Benzylbenzoat oder Crotamiton verordnet, so waren es im Folgejahr schon 131 Packungen. Im Jahr 2017 steigerte sich diese Zahl dann auf 165 Packungen, berichtet Stephan Gill von der AOK-Pressestelle.

Zwar zeigen diese Zahlen einen Anstieg an Verordnungen, besonders auffällige Steigerungen haben Ärzte und Krankenhäuser allerdings nicht festgestellt. „Es kommen bei uns im Kreis immer wieder Krätze-Erkrankungen vor, überwiegend in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen, Kindergärten oder Schulen“, so Dr. Klaudia Ress, Sprecherin des Ärztebündnisses Werra-Meißner. Aktuell seien es aber nicht mehr als zu einem anderen Zeitpunkt. Auch im Klinikum Werra-Meißner sei an keinem der beiden Standorte, Witzenhausen und Eschwege, ein Anstieg von Krätze-Erkrankungen zu verzeichnen, so Dr. Peter Schott, Chefarzt der Kardiologie und Intensivmedizin sowie ärztlicher Direktor des Klinikums. „In den meisten Fällen wird die Erkrankung jedoch auch ambulant diagnostiziert und behandelt.“

Dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen Krätze-Erkrankungen nur von Gemeinschaftseinrichtungen, so Kreissprecher Jörg Klinge.

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