Risikoarmes Essen für Senioren und Kranke

Krankenhäuser und Pflegeheime im Werra-Meißner-Kreis: Sorgsamer Blick auf Speisen

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Abwechslungsreich und genau abgestimmt auf die Patienten soll das Essen sein: Küchenmeister Gerd Ellmann ist am Klinikum Werra-Meißner für die Versorgung der täglich 360 bis 380 Patienten zuständig.

Besonders für kranke, alte und geschwächte Menschen ist die Qualität des Essens (über-)lebenswichtig. Doch wie sieht es damit in Krankenhäusern und Pflegeheimen im Kreis aus? Wir haben nachgefragt.

Klinikpatienten und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen werden bei der Verpflegung oft unnötigen Risiken ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kam das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)bei einer Untersuchung, die es Ende vorigen Jahres veröffentlicht hat. Als Grund gab das BVL an, dass oft Lebensmittel wie Rohwürste und Tiefkühlbeeren, die mit Keimen belastet seien und bei empfindlichen Menschen Infektionskrankenheiten auslösen könnten, auf dem Speisenplan stünden.

Im Klinikum Werra-Meißner jedenfalls ist das nicht so. Auf Salate werde ebenso verzichtet wie auf Mettwurst, Gehacktes, Räucherfisch und Rohmilchkäse, sagt Gerd Ellmann, der als Verpflegungsmanager für die Speisenversorgung verantwortlich ist. Und Frischobst werde höchstens geschält angeboten.

Nicht ganz so strikt wird es in Alten- und Pflegeheimen im Werra-Meißner gehandhabt, wie eine Umfrage bei einigen Einrichtungen ergab. Bezüglich Lebensmittelhygiene lassen sie durchblicken, dass die Mitarbeiter diesbezüglich besonders geschult und sensibilisert seien.

In den Seniorenheimen der Arbeiterwohlfahrt in Witzenhausen und Hessisch Lichtenau werden beispielsweise Kartoffelsalat und Grüne Soße angeboten, aber darauf geachtet, dass sie erst kurz vor dem Verzehr zubereitet werden, wie Awo-Pressesprecherin Sigrid Wieder konkretisiert. So hält es auch die Küche vom Haus Salem in Witzenhausen, wo es zudem Gehacktes nur in gebratener Form gibt, wie die Hauswirtschaftliche Leitung Yasmin Brandl ausführt.

Je nach Saison würden Bananen, Orangen, Äpfel und Birnen angeboten, teilt Leiterin Helene Klässig vom Geriatrie-Zentrum Rhenanus in Bad Sooden-Allendorf mit. Das Obst werde vor dem Verzehr gewaschen und teilweise geschält und geschnitten. Und in der Küche für die Einrichtungen der Diacom Altenhilfe Eschwege wird bewusst auf „nicht saisonales Obst aus fernen Ländern“ verzichtet, wie Geschäftsführer Torsten Rost erklärt.

Die beruhigendste Auskunft kommt vom Kreisgesundheitsamt: Während dem BVL und dem Robert-Koch-Institut allein 2017 Meldung von 389 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen bundesweit gemacht wurden, gab es im Werra-Meißner-Kreis in den zurückliegenden Jahren nicht einen einzigen solchen Fall. 

Wie im Klinikum Werra-Meißner die Mahlzeiten für die Patienten zubereitet werden, lesen Sie im Rahmen unserer "Frühjahrsserie Pflege" in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.  

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