Folgen der Trockenheit immer noch spürbar

Das Kuhfutter wird im Werra-Meißner-Kreis knapp

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Wird Schmalhans hier Küchenmeister? Bei einigen Rinder- und Pferde halter wird das Futter wegen der Dürre 2018 knapp – und Alternativen sind teuer.

Werra-Meißner – Doch unter den Folgen der Dürre leiden viele Landwirte nach wie vor, vor allem Halter von Rindern und Pferden.

„Insbesondere die Milchviehbetriebe sind stark betroffen“, sagt Stefanie Wittich, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin des Kreisbauernverbandes. Sie berichtet von starken Bemühen um Futter, nachdem im vorigen Jahr auf mancher Wiese höchstens zwei Grasschnitte statt der üblichen drei bis vier möglich waren. Zudem sei die Maisernte schlecht ausgefallen, ergänzt sie.

Die Kühe hätten schon irritiert geschaut, als sie mit Zuckersaft besprühtes, gehäckseltes Stroh statt dem gewohnten Heu im Trog vorgefunden hätten, berichtet Milchviehhalter Torsten Möller von seinem Problemen.

Futterknappheit herrsche nach wie vor, bestätigt er. Statt Heu und Silage werde auch mit Mais, Biertreber und Zuckerrübenschnitzel gefüttert, was aber auch nicht immer zu bekommen und zudem teurer sei. Und dann sei der Milchpreis mittlerweile schon wieder auf 33 Cent pro Liter gefallen, sagt Möller, der auch Vorsitzender des Kreisbauernverbandes ist.

Seinen Angaben zufolge hat keiner der gerade einmal noch 76 Milchviehbetriebe im Werra-Meißner-Kreis wegen derDürre-Problematikt aufgegeben, aber einige Kühe würden schon früher als geplant zum Schlachter gebracht. „Man passt sich mit dem Tierbestand an“, drückt Möller es aus.

Und noch bleiben Sorgenfalten auf der Stirn der Bauern, die auf den nächsten Grasschnitt warten. Denn während auf den Wiesen an den Nordhängen das Grün wieder ausgeschlagen habe, seien viele Wiesen mit Südlage dauerhaft geschädigt. „Und auch Grassamen ist teuer“, merkt Möller an.

Zudem gab es aufgrund der Trockenheit und der betonartig-festen Böden Probleme bei der Rapsaussaat im vorigen Jahr, sagt Stefanie Wittich. Deshalb hätten viele Landwirte gar keinen Raps gesät oder aber, weil er sich nicht wie erhofft entwickelte, ihn noch im vorigen Jahr wieder umgebrochen und stattdessen Gerste, Weizen und Mais (nach)gesät. Stefanie Wittich schätzt, dass im Frühjahr nicht einmal halb so viele Felder gelb erblühen wie üblich.

Der Mangel an Raps sorgt noch für eine andere Schwierigkeit: Die Landwirte müssen auf die Vorfruchtwirkung des Rapses verzichten, also auf ein mit Stickstoff angereichertes und gut durchwurzeltes Saatbeet für das sonst erst nachfolgende Getreide oder andere Kulturen.

Für 2019 wünschen sich die Bauern laut Möller „nichts sehnlicher als reichlich Regen und Sonnenschein ohne besondere Wetterphänomene.

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