Los geht es mit den "Känguru-Chroniken" ab dem 28. Mai

„Kurtheater“ in Bad Sooden-Allendorf öffnet als erstes der drei Kinos im Werra-Meißner-Kreis wieder

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Auftakt mit „Känguru-Chroniken“: Das Kino Kurtheater in Bad Sooden-Allendorf nimmt nach der Zwangsschließung wegen Corona am Donnerstag sein Programm wieder auf. Betreiber Wulf Nöding hat die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Besucher bereits vorbereitet.

Gute Nachricht für alle Fans des gepflegten Kinobesuchs in der Region: Am Donnerstag, 28. Mai, öffnet das „Kurtheater“ in Bad Sooden-Allendorf nach der Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie wieder. Im großen Saal wird dann die deutsche Filmkomödie „Die Känguru-Chroniken“ gezeigt, im kleinen „Atelier“ läuft der französische Spielfilm „Der geheime Roman des Monsieur Pick“.

Das „Kurtheater“ ist damit das erste Kino im Werra-Meißner-Kreis, das nach dem Corona-Lockdown sich wieder der Normalität annähert. Denn natürlich müssen die Schutzvorgaben eingehalten werden.

Das bedeutet unter anderem einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den Besuchern, sofern sie nicht in einem Haushalt leben. Da sieht Wulf Nöding, der das 1950 gegründete Lichtspielhaus zusammen mit seiner Tochter Julia Schachtschneider in dritter Generation in der Familie betreibt, aber keine Probleme: „Platz haben wir genügend“. Durch Markierungen auf den Lehnen will er immer drei Sitze nebeneinander sperren. „Damit komme ich gut hin“, sagt Nöding, der nur bei besonderen Veranstaltungen volles Haus im großen, mit 250 Sesseln ausgestatteten Saal hat. Und im kleinen Saal mit mehr als 60 Plätzen rechnet er damit, zwölf Zuschauer pro Vorstellung einlassen zu können, bei Pärchen vielleicht auch ein paar mehr.

Nur sei es demnächst etwas kostenintensiver und mit weniger Einnahmen verbunden, sagt Nöding, klagt aber nicht. Er sei in der „glücklichen Lage“, verrät er, das Kino „als Hobby und Herzensangelegenheit betreiben zu können“. Der 80-Jährige will das „Atelier“ demnächst sogar noch für 45 000 Euro technisch aufrüsten, wenn er die Förderungen vom Land bekommt. Und 10 000 Euro, sagt er, hebt er dann dafür von seinem Sparbuch ab.

Im Capitol-Kino in Witzenhausen sind die Betreiber gerade dabei, alles für die Wiedereröffnung vorzubereiten. Einen festen Termin dafür haben sie noch nicht festgelegt, vermutlich aber Anfang Juni, sagt Isa Trube, die Assistenz der Theaterleitung. Die Vorgaben wegen der Corona-Schutzbedingungen seien „nicht ganz so einfach“ umzusetzen, außerdem reduzierten sie die Platzkapazität enorm. 40 bis 50 könnten es im großen, mit 150 Sesseln ausgestatteten Saal noch werden, hat Geschäftsführer Dr. Wolfgang Würker errechnet. Im kleinen Saal seien es „vielleicht zwölf – „nach dem jetzigen Stand der Vorgaben“. Er hofft, dass sich an den Auflagen noch etwas ändert, derzeit sei es „für Kinos sehr, sehr hart“. Außerdem möchte man den Besuchern doch „ein schönes Kinoerlebnis“ bieten, sagt Trube.

Die Zeit der Schließung hat das Capitol-Kino ihren Angaben zufolge immerhin gut überstanden: „Bisher ist noch alles im grünen Bereich“, sagt sie. Dabei sei eine Prämie zum 50-jährigen Bestehen des Bundeskinokulturpreises eine „große Hilfe“. 20 000 Euro wurden auf Veranlassung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters nach Witzenhausen überwiesen.

Über dem Restart hängen aber noch ein paar Fragezeichen: Zunächst, wie er vom Publikum angenommen wird, so Würker. Und dann herrscht Unsicherheit, welche neuen Filme überhaupt zur Verfügung stehen. Einige würden von den Verleihern zurückgehalten, andere seien ins Internet gegangen und somit sozusagen „weggespielt“.

Das Problem mit neuen Filmen ist sogar der Grund dafür, dass das Cinemagic in Eschwege mit seinen drei Kinosälen nach aktuellem Stand erst am 17. Juli wieder öffnet – mit der Realverfilmung des Disney-Zeichentrick-Klassikers „Mulan“, wie Betreiber Horst Martin ankündigt. Erst müssten von den Filmverleihern wieder attraktive Streifen angeboten werden, „sonst macht es keinen Sinn“, sagt Martin.

Er geht derzeit davon aus, dass in den drei Kinosälen in Eschwege maximal 30 Prozent der Platzkapazität genutzt werden können.

Für die Kino-Fans wird die Zeit in der Kreisstadt mit dem Autokino auf dem Festplatz Werdchen überbrückt.

Dort werden ständig wechselnde alte, aber sehr bekannte Filme in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Open Flair gezeigt.

Wirtschaftlich sei das nicht, sagt Martin. Aber so zeige man trotz allem, dass „wir mit dem Kino einfach noch da sind“.

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