Lange Wege für die Bauern

Landwirte im Werra-Meißner-Kreis kämpfen um Flächen

+
Vermaisung der Landwirtschaft ist kein Problem: Mit 5,1 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen liegt der Maisanbau im Kreis unter dem Landesdurchschnitt. Lediglich in Wanfried wird der Wert mit rund 14 Prozent überschritten.

Werra-Meißner. Zum dritten Mal hat der Fachbereich Landwirtschaft des Werra-Meißner-Kreises einen Bericht zur Lage der Landwirtschaft herausgebracht.

Wir beleuchten fünf Dinge, die uns in der Auswertung aufgefallen sind.

  1. Kampf um Flächen: Landwirtschaftliche Flächen sind im Kreis stark nachgefragt. Die Bewirtschaftung von Betrieben von außerhalb nimmt laut dem Bericht stark zu. Dazu zählten auch Betriebe jenseits der Kreisgrenze. Insbesondere Landwirte aus Niedersachsen, Schwalm-Eder, Kassel und Waldeck-Frankenberg seien an Flächen im Kreis interessiert. Aber auch Bauern von hier sehen sich in anderen Landkreisen um. Die Anfahrtswege verlängern sich.
  2. Weniger Betriebe: Die Zahl der Betriebe im Kreis ist erstmals unter 1000 gefallen. Weniger als 980 Landwirtschaften gibt es hier noch. „Die Abnahme entspricht dem bundesweiten Trend“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Rainer Wallmann. Die meisten Betriebsaufgaben erfolgten, weil kein Nachfolger für den Hof gefunden wird. Sontra, Waldkappel und Ringgau bleiben die Kommunen mit der größten landwirtschaftlichen Bedeutung. Ein Drittel aller Haupterwerbsbetriebe sind hier ansässig.
  3. Mehr Fleischerzeugung: Die Zahl der Rinder im Kreis ist mit rund 18.000 Stück konstant geblieben. Allerdings werden die Tiere weniger für die Milchproduktion, sondern mehr für die Fleischerzeugung gehalten. 89 Milchviehbetrieben stehen 79 Rindermastbetriebe gegenüber. Schweinhaltung spielte im Kreis weiter eine untergeordnete Rolle und ist zudem jetzt leicht rückläufig. Rund 20.000 Schweine werden hier noch in der Mast gehalten. Das ist ein Rückgang von 20 Prozent. Die Zuchtsauenhalter haben sich fast um ein Drittel reduziert.
  4. Auswirkung der Pferdesteuer: Pferdehaltung hat in landwirtschaftlichen Betrieben wieder zugenommen. 266 Landwirte halten auch Pferde. Das sind aber nicht mal die Hälfte aller Pferdebesitzer. Die Gesamtzahl der Pferde hat sich seit 2012 nicht verändert. Weiterhin sind hier 2149 zuhause. Allerdings ist die Entwicklung der Kommunen unterschiedlich. Witzenhausen und BSA haben deutliche Zuwächse, in BSA ist der Bestand der Pferde seit 2012 um 18 Prozent zurückgegangen. 2015 wurde hier die Pferdesteuer eingeführt.
  5. Wenig Maisflächen: Fast 40.000 Hektar werden im Kreis landwirtschaftlich genutzt. Etwa 25.000 Hektar sind Ackerflächen. 5,1 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen werden für Maisanbau genutzt. Der Wert liegt unter dem Landesdurchschnitt von 6,5 Prozent. Der größte Anteil wird rund um Wanfried genutzt. In Wanfried (716 Kilowatt) und Heldra (550 Kilowatt) stehen auch die beiden größten der sieben Biogasanlagen des Landkreises.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.