Produktion in Bildern

In Bildern: Vom Acker in die Silos - so wird Getreide geerntet

Ein Landwirt erntet am 06.07.2017 mit einem Mähdrescher ein Gerstenfeld bei Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Nach starken Niederschlägen Ende Juni und einem überwiegend trockenen Monatsbeginn im Juli bereiten sich die niedersächsischen Landwirte in diesen Tagen auf die Getreideernte vor. Dabei seien durchschnittliche Erträge zu erwarten, kündigte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen an. (Luftaufnahme mit Drohne) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Getreideernte: Nach starken Niederschlägen Ende Juni und einem überwiegend trockenen Monatsbeginn im Juli ist die Ernte in diesem Jahr eher durchschnittlich.

Wechselhaftes Wetter erschwert derzeit Landwirten die Getreideernte. Wir waren einen Tag bei der Ernte dabei - auf einem Hof in Wendershausen im Werra-Meißner-Kreis. Davon berichtet unsere Fotostory.

Trockenes Wetter und reifes Getreide sind die Voraussetzungen, um mit der Ernte anfangen zu können. Das macht auch Michaela Breun, die den gepachteten Betrieb ihrer Eltern in Wendershausen (Ortschaft der Gemeinde Witzenhausen) übernommen hat. 

Der Betrieb wird diese Saison mithilfe von vier Mitarbeitern 380 Hektar Getreide ernten. „Das Land ist unser Kapital“, sagt Christina Breun, „aber die Erfahrung von unserem Vater ist unser wichtigster Wert.“

Wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen und einen Tag bei der Ernte der Triticale mit den Landwirten verbringen. Die Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Sie wurde gezüchtet, um die Anspruchslosigkeit des Roggens mit der Qualität des Weizens zu verbinden. Sie eignet sich für den Anbau im Mittelgebirge, wie im Werra-Meißner-Kreis, besonders gut, weil sie mit den trockenen Bedingungen im Vorsommer sehr gut zurechtkommt.

Um den 15. August herum wird auf den Feldern, auf denen die Triticale war, Raps gesät.

Die Ernte in Bildern

Wartung: Der Zustand der Maschinen ist sehr wichtig. Jeden Morgen wird der Mähdrescher von 8 bis 10 Uhr mit Luft ausgeblasen, um zu vermeiden, dass sich der Staub bei den hohen Temperaturen entzündet. Dabei werden alle Teilen der Maschine geprüft und bei Bedarf selbst repariert.

Es geht ums Wetter: Die Wettervorhersage ist ein entscheidender Faktor, der die Ernte beeinflusst, weil das Getreide trocken sein muss, um geerntet werden zu können. „Wir brauchen ein paar sonnige Tage und am besten etwas Wind, um ernten zu können“, sagt Michaela Breun. „Die Handyapp wird deswegen innerhalb der Landwirtschaft oft benutzt, um das Wetter überwachen zu können.“

Los geht es mit der Ernte: Holger Koch, der seit seiner Jugend Mähdrescher fährt, kennt sich damit gut aus. „Heute sind die Maschinen sehr komplex und automatisiert, aber man braucht trotzdem das Gefühl dafür“, sagt er. „Wir schaffen bis zu sieben Hektar pro Stunde, aber man ist nie schnell genug.“

Die Erntemaschine: Der etwa fünf Jahre alte Mähdrescher ist während der Erntesaison von 10 bis mindest 22.30 Uhr im Betrieb. Die 21 Tonnen schwere Maschine ist hoch automatisiert und verbraucht bis zu 600 Liter Diesel pro Tag. Der Fahrer kann während der Fahrt alle Daten auf einem Monitor beobachten und wird von einen sehr komplexen Autopilot-Laser, der den Rand des Feldes erkennen kann, unterstützt. „Steine sind aber trotzdem nicht sein Ding“, sagt Koch dazu.

Zeit ist Geld: Um die Zeit der Ernte zu optimieren, wird das Getreide während der Fahrt vom Mähdrescher in einen Umladewagen geleert. Das Getreide wird danach auf einen Lastwagen geladen und bis zum Einlagerungsort transportiert.

Das Produkt wird dann vom Lastwagen abgeladen: „Dieses Jahr ist die Saison besonders trocken gewesen. Das beeinflusst die Qualität des Getreides, aber nicht die des Saatguts“ , sagt Gerrit Karnop, der seit einem Monat wieder in Wenderhausen ist. „Ich habe die letzen sieben Jahre in einem riesigen Betrieb im Osten gearbeitet, aber es war sehr stressig. Ich wollte zurückkommen und wieder mehr die heimische Natur und die Zusammenarbeit erleben.“

Ein kleiner Teil Getreides wird als Saatgut für die nächste Saat verwendet. 

Der Feuchtmesser: Um die Feuchtigkeit des Getreides zu beurteilen, nimmt Christina Breun von jeder Ladung eine Probe und misst mit einem Feuchtmesser innerhalb von 30 Sekunden den Anteil des Wassers im Korn.

Die Körner werden eingelagert: Mithilfe eines Reinigers, der bis zu 60 Tonnen pro Stunde verarbeiten kann, werden die Körner verarbeitet. Danach wird das Getreide je nach Qualität in unterschiedlichen Silos eingelagert, wo es bis zum Verkauf bleibt. Einmal pro Woche wird die Temperatur in den Silos gemessen und nach Bedarf mit großen Kühlgeräten geregelt.

Nach der Ernte: Das Feld wird von Jochen Steinfeld, der seit 27 Jahren in Breuns Betrieb arbeitet, mit einer Scheibegge bearbeitet, um Mitte August säen zu können.

Von Lorenzo Gulizia

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