Höhlen, Steinbrüche und Seen

Meißner ist jetzt Nationales Geotop: Auszeichnung für den Geo-Naturpark Frau-Holle-Land

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Ein besonderes Naturerlebnis bietet der Hohe Meißner im Geo-Naturpark-Frau-Holle-Land: Hier mit Schnee auf den Spitzen, während im Vordergrund gleichzeitig Rapsfelder und Kirschbäume blühen. 

Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land ist mit dem Titel "Nationales Geotop" von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologie ausgezeichnet worden. Es gibt über 200 Geotope im Park.  

Werra-Meißner – Die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologie hat dem gesamten Meißner die Auszeichnung „Nationales Geotop“ verliehen. „Eine sehr wichtige Auszeichnung für uns, die noch einmal unsere Entscheidung, den Naturpark in Geo-Naturpark umzubenennen, unterstreicht“, so der Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, Marco Lenarduzzi.

Die Kitzkammer ist eine Felswand aus fünf- und sechseckigen waagerecht liegenden Basaltsäulen. Das Naturdenkmal gehört zu den Geotopen im Kreis.  

Die abwechslungsreiche Geologie im Naturpark ist unter anderem für die große Artenvielfalt verantwortlich. Im Werra-Meißner-Kreis wachsen seltene Pflanzen wie Knabenkraut und Arnika. „Maßgeblich entscheidend dafür ist der richtige Untergrund“, weiß der Geologe Diethard Lindner. Im Geo-Naturpark gibt es über 200 spannende Geotope zu entdecken, dazu gehören Höhlen, Steinbrüche und Seen. Viele von ihnen liegen an den Premiumwanderwegen und bieten so interessante Ziele für Wanderer und Spaziergänger.

Hohe Meißner hat 120 Geotope: Hessisches Landesamt für Naturschutz und Geologie schlug Naturpark für Auszeichnung vor

Allein auf und rund um den Hohen Meißner sind 120 dieser Geotope zu finde. Dazu gehört unter anderem die Kitzkammer bei Hausen – eine Felswand aus fünf- und sechseckigen waagerecht liegenden Basaltsäulen. Sie entstand, als der Meißner noch ein tätiger Vulkan war. Aus ihrer Öffnung ist einst Lava ausgetreten. Heute ist sie ein Naturdenkmal. Der Name Kitzkammer leitet sich vermutlich vom Wort Kiez, alt für Käuzchen, ab. Denn Waldkäuze halten sich gerne in Höhlen wie dieser auf. Sie gilt als Geburtsort des Hohen Meißners. Für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde der Meißner vom Hessischen Landesamt für Naturschutz und Geologie. Die große Anzahl an kleineren Geotopen und die Gesteinsvielfalt haben die Jury überzeugt. Der Meißner ist nun ganz offiziell in seiner Gesamtheit ein Nationales Geotop – bundesweit gibt es mehr als 70.

Nationale Geotope werden seit 2006 in Deutschland ausgezeichnet 

75 Informationstafeln informieren Wanderer im Werra-Meißner-Kreis über die Besonderheiten von Geologie und Natur, auch eine umfangreiche Broschüre greift das Thema auf: „Geht man mit offenen Augen durch den Kreis, kann man die geologische Vielfalt kaum übersehen“, erklärt Diethard Lindner. Schon die Sockel der Fachwerkhäuser würden aufschlussreich Auskunft über das in der Gegend dominierende Gestein geben.“

2006 wurden erstmals nationale Geotope in Deutschland ausgezeichnet. Seit Kurzem darf sich nun auch der Meißner so nennen. Er wird damit künftig in einem Atemzug, unter anderem mit der Wasserkuppe in der Rhön, dem Altmühltal und den Inseln Helgoland und Rügen genannt.

Von Wiebke Huck

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