Umstiegsprämie lässt Abwrackzahlen in die Höhe schnellen

Beim Schrotthändler landen moderne Diesel

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Werra-Meißner. Die Zahl der Dieselfahrzeuge, die auf Schrottplätzen der Region verwertet werden, hat seit September stark zugenommen.

Auffällig dabei: Besonders nur wenige Jahre alte Fahrzeuge werden zum Schrotthändler gebracht. „Das ist eine Folge der Umweltprämie für Dieselfahrzeuge, die viele Autohersteller ausgelobt haben“, sagt Denise Khemliche, Geschäftsführerin des Autoverwerters Ladner in Sontra. Bei den meisten Herstellern endet diese Prämie am 30. Juni vorerst. Bei Ladner Recycling in Sontra hat sich die Zahl von 2017 auf 2018 signifikant erhöht. Im gesamten Jahr 2017 wurden hier 116 Dieselfahrzeuge zum Ausschlachten angeliefert. Bis zum Mai dieses Jahres waren es bereits 130. Ende offen. Die Fahrzeuge werden hier auseinandergenommen, die Karosserie wird verschrottet.

Die meisten abgegebenen Autos wurden zwischen 1999 und 2006 gebaut. Einige Modelle seien zum Abwracken noch viel zu schade. „Bei einem VW Golf V aus dem Jahr 2008 fragt man sich, ob das wirklich notwendig ist, so ein tolles Auto zu verschrotten“, sagt Denise Khemliche. Ihrer Meinung nach hat diese Umstiegsprämie ihren Sinn verfehlt. „Die ganz alten Dieselfahrzeuge, die wirklich der Umwelt schaden könnten, fahren weiterhin auf unseren Straßen“, sagt sie. Denn deren Besitzer könnten sich den Umstieg auf ein modernes Auto nur selten leisten.

Ähnlich sieht es ein Autoverwerter aus Eschwege. Seit dem Frühjahr habe die Abgabe von alten Dieseln auch hier deutlich angezogen, heißt es vonseiten des Unternehmens, das auch als Zwischenhändler fungiert. Die Gefahr bestehe, dass diese umweltschädlichen Autos irgendwann im Ostblock wieder auftauchen könnten, sagt der Geschäftsführer, der namentlich nicht genannt werden will. Er wäre deshalb nicht böse darum, wenn weniger Autos abgegeben würden.

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