Problem ist Mangel an weiblichen Tieren

Kein Nachwuchs für Luchse an Werra und Meißner

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Erwischt: Luchs „Funki“ tappte am 14. Januar 2018 bei Rotenburg in eine Fotofalle.

Im vergangenen Jahr ist im Werra-Meißner-Kreis kein Luchsnachwuchs festgestellt worden. Das geht aus dem Bericht des Arbeitskreises Hessenluchs hervor. 

Der Bericht stützt sich auf den Zeitraum von Mai 2017 bis Mai 2018.

Im Frühjahr 2017 wurden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zwei Luchse während der Paarungszeit beobachtet, der erhoffte Nachwuchs blieb aber aus. Gerhard Scholz, Luchsbeauftragter im Kreis, erklärt, dass es einen Mangel an weiblichen Luchsen gibt. 2015 seien viele Weibchen der Fuchsräude zum Opfer gefallen, die in Nordhessen besonders grassierte. 

„Ein Problem ist, dass die Männchen deutlich wanderfreudiger als die Weibchen sind. Während männliche Tiere in einem Radius von 70 Kilometer um ihren Geburtsort streiften, seien es bei den Weibchen nur 30 bis 40 Kilometer. „In der Natur dient das zur Vermischung des Genpools. Für die Ansiedlung einer größeren Luchspopulation ist das aber in unserem Fall unvorteilhaft“, sagt Scholz.

Laut dem Arbeitskreis Hessenluchs breitet sich die im Harz ansässige Population nur langsam nach Süden aus, deswegen rechne man nicht mit einer baldigen Ankunft eines fortpflanzungsfähigen Weibchens in Nordhessen. „Hoffnung besteht durch die Luchspopulation, die sich im Weserbergland bei Holzminden etabliert hat. Die könnte über die Söhre und den Kaufunger Wald langsam auch in den Werra-Meißner-Kreis einwandern“, erklärt Scholz.

Aktuell lebten zwei Luchsmännchen in der Region. Eines zwischen Fulda und Werra und eines im südlichen Kreisgebiet. Unklar ist, ob die Männchen an ihrem Revier festhalten, wenn sie dort keine Weibchen antreffen. Das unterstreicht laut Arbeitskreis Hessenluchs die Bedeutung, die die natürliche Ansiedlung von Luchsweibchen für die Ausbreitung der Tierart hat.

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