Niedrige Preise: Schweinemäster sorgen sich um ihre Existenz

Werra-Meißner. Die Schweinepreise in Deutschland stehen derzeit unter einem massiven Druck.

Mit der Sperrung des russischen Exportmarktes ist den Fleischerzeugern ein wichtiger Handelspartner weggefallen. Und der chinesische Markt nimmt zwar gut ab, aber nicht so viel wie erhofft. Das spüren auch die Erzeuger von Schlachtschweinen im Werra-Meißner-Kreis.

Gerade der Wirtschaftskrieg zwischen EU und Russland habe zu einem starken Einbruch der Preise auf dem Schlachtschweinmarkt geführt, erklärte kürzlich Präsident Friedhelm Schneider vom Hessischen Bauernverband. Lag der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht im Juni 2014 noch bei 1,68 Euro, ist er seiner Aussage nach mittlerweile auf 1,36 Euro eingebrochen.

Zusätzlich belastet werden die Mäster durch gestiegene Futterkosten, sagt auch Uwe Roth, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner. Er verweist auf eine Modellrechnung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, wonach sich im Juli für Ferkel und Futter Aufwendungen von 120,50 Euro pro Schweine ergeben. Den Schlachterlös von 130 Euro pro Tier dagegengerechnet ergibt sich eine Brutto-Gewinnspanne von 9,50 Euro.

Um aber alle Kostenpunkte zu decken, werden bei durchschnittlichen Leistungen 15 bis 20 Euro pro Schwein benötigt, sagt Schneider.

Das Angebot an Schweinen übersteige die Nachfrage bei weitem, erläutert Roth das Preisproblem. Das sei so nicht einzuschätzen gewesen. Doch trotz schlechter Erlöse werde noch mehr produziert, weiß er auch aus den hiesigen Mastställen zu berichten. Alle Schweinehalter seien in Existenznot, sagt Roth drastisch.

Viele der Betriebe hätten in den vergangenen Jahren auch noch enorme Investitionen getätigt und ihre Anlagen modernisiert und erweitert und - obwohl die Nachfrage schon gesunken sei - noch mehr Schweine auf den Markt gebracht.

Wie ein Ferkelzüchter aus Bad Sooden-Allendorf mit der Misere zu kämpfen hat, lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe.

Rubriklistenbild: © picture-alliance /dpa

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