Täter fordern 500 Euro

Polizei warnt vor E-Mail-Betrug: Erpressung mit angeblichen Videos

Werra-Meißner-Kreis. Auf dem Computer-Bildschirm läuft ein Film pornografischen Inhalts, vor dem Bildschirm sitzen Sie, und das alles wurde über die Kamera Ihres Computers aufgenommen.

Und diese Aufnahme? Die wird veröffentlicht, sollten Sie nicht 500 Euro in Form der digitalen Währung Bitcoin überweisen. Diese Drohung erreicht laut Hessischem Landeskriminalamt (LKA) seit Wochen vermehrt Internetnutzer per E-Mail.

Demnach teilen die Täter mit, sie hätten den Computer gehackt, sich also illegal Zugang verschafft und ein schädliches Programm eingerichtet, mithilfe dessen sie auf die Webcam zugreifen könnten. Aber wer erhält diese Nachrichten? Was ist dran an der Drohung? Wie verhält man sich als Adressat einer solchen bestenfalls?

Die Empfänger

Laut LKA Hessen nutzen die Betrüger Adresslisten, die entweder zuvor durch sogenannte Crawler, also spezielle Suchprogramme erstellt, oder aber illegal im Internet gekauft wurden. Ob der Computer des Empfängers letztlich über eine Kamera verfügt, spiele dabei nach aktuellen Kenntnissen keine Rolle. Heißt: Das Vorgehen der Betrüger zielt darauf ab, so viele Internetnutzer wie möglich zu erreichen.

Der Wahrheitsgehalt

Erkenntnisse darüber, dass sich die Täter wirklich Zugang zu den entsprechenden Computern verschafft und sie mit einer Schadsoftware infiziert haben, liegen dem LKA laut Mitteilung nicht vor. Ziel der E-Mails sei es, Empfänger zu verunsichern und zu einer Zahlung zu bewegen.

Was sie tun können

Das LKA Hessen rät zum einen, keinesfalls Geld an die Absender zu zahlen. Weiterhin sollten Empfänger nicht auf derartige E-Mails antworten. „Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle“, heißt es seitens der Behörde. Laut Reiner Lingner, Sprecher der Polizeidirektion Werra-Meißner, sind in der näheren Vergangenheit noch keine Fälle dieser Art gemeldet worden. 

Um einer unberechtigten Nutzung der Kamera des Computers vorzubeugen, ist es laut LKA generell ratsam, diese abzukleben. Ebenso wird empfohlen, die Programme des Rechners regelmäßig zu aktualisieren und eine Schutzsoftware zu nutzen. 

Lesen Sie auch: So schützen Sie sich gegen Datenklau im Internet

Rubriklistenbild: © Foto: Ole Spata / dpa

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