Autos sind gelb vor Blütenstaub

Pollenflug sorgt für Schlangen in Waschanlagen im Werra-Meißner-Kreis

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Gelbe Schicht auf der Motorhaube: so sehen aktuell viele Autos aus. Die Betreiber von Waschanlagen freut's.

Werra-Meißner. Die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen mit extremem Pollenflug hat zu einem enormen Anstieg der Nutzer von Autowaschanlagen geführt.

Im Vergleich zum März des Vorjahres sind die Umsatzzahlen in der Region um etwa 16 Prozent gestiegen. Das bestätigen der Bundesverband der gewerblichen Autowäsche in Minden und Waschstraßenbetreiber auf Anfrage. Teilweise wurden Steigerungen von bis zu 72 Prozent erzielt.

Thomas Drott, Vorsitzender des Bundesverbands der gewerblichen Autowäsche, spricht bislang von einem „glücklichen Frühjahr“ für die Betreiber. Das Wetter sei über einen langen Zeitraum sonnig gewesen, das habe sich positiv auf die Umsatzzahlen ausgewirkt. „Schon bei leichtem Regen fährt niemand in die Waschanlage, bei Sonne stehen die Autofahrer Schlange“, erklärt Drott. Dazu kam der starke Pollenflug der vergangenen Wochen. Das habe zu häufigeren Waschstraßenbesuchen geführt.

Einen Anstieg der Nutzerzahlen hat auch Michael Heizmann festgestellt, der Waschanlagen in Grebendorf und Reichensachsen betreibt. Auch er macht den starken Pollenflug für den Boom verantwortlich. Um die Pollenschicht vom Lack zu lösen, werde in seinen Waschanlagen der Vorreiniger besonders intensiv aufgetragen. „Die Pollen verursachen keine Schäden am Lack, weil in den modernen Anlagen mit viel Wasser gespült wird“, sagt Drott.

Eine spezielle bundesgesetzliche Regelung für das Autowaschen vor der eigenen Haustür gibt es in Deutschland nicht. Jede Kommune regelt das individuell, meistens ist es verboten. Denn die bei der Fahrzeugwäsche anfallenden Abwässer enthalten chemische Stoffe, die das Grundwasser schädigen können, schreibt das Umweltbundesamt. Nicht nur Schmutzpartikel, auch Treib- und Schmierstoffreste vom Auto werden beim Waschen abgespült. 

Blütenstaub der Fichte ist besonders stark

In diesem Jahr ist der Pollenflug der Fichte heftig, meldet der Deutsche Wetterdienst. Er sorgt für die gelbe Schicht auf den Autos. Das liegt am Wetter: Anfang des Jahres war es so kalt, dass die Pollen ausgebremst wurden. Plötzlich stiegen die Temperaturen überdurchschnittlich stark an und brachten die Pollen sozusagen zum Explodieren. Das aktuelle Wetter bietet noch dazu perfekte Flugbedingungen: Es ist meist trocken, die Sonne scheint und der Wind weht nur leicht. Dabei ist die Intensität außergewöhnlich. Matthias Habel, Meteorologe von Wetter-Online, erklärt zudem: „Die Fichte befindet sich derzeit in einem sogenannten Mastjahr: Dabei blühen die Bäume besonders stark.“ Ein solches Mastjahr wiederhole sich in unregelmäßigen Abständen von etwa fünf Jahren. In dieser Zeit stecken die Bäume besonders viel Energie in die Vermehrung. 

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