Ärzte bitten um Anruf

Praxen strukturieren sich zu Corona-Zeiten um

+
urn:newsml:dpa.com:20090101:191105-99-587124

Als die Corona-Pandemie Deutschland erreichte, mussten sich auch die Arztpraxen umstellen. Viele Routineleistungen wie Ultraschall, Vorsorge und Impfungen wurden – so möglich – verschoben. Nun kehrt in den Praxen wieder Normalität ein, allerdings unter geänderten Vorzeichen.

Dr. Jan Purr Arzt

Während das Gesundheitszentrum Gelstertal mit Standorten in Laudenbach, Hessisch Lichtenau und Großalmerode ab Montag mit neuem System arbeitet, ist dies bei den Hausärzten am Bahnhof in Eschwege bereits seit einigen Wochen der Fall. Generell wird von beiden Corona-Schwerpunktpraxen darum gebeten, dass die Patienten vor einem Besuch telefonisch Kontakt aufnehmen. „Wir möchten nicht, dass Patienten länger im Wartezimmer warten müssen“, erklärt dazu Dr. Jan Purr vom Gesundheitszentrum Gelstertal. Dafür gibt es sowohl zeitliche als auch räumliche Trennungen. In Laudenbach werden künftig nur noch Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen von Nicht-Akut-Kranken wie Akupunktur durchgeführt. Zudem finden die Sprechstunden des Kardiologen nun hier statt. Sprechstunden gibt es künftig an den Standorten in Hessisch Lichtenau und Großalmerode. Morgens für Patienten ohne, nachmittags mit Infekt.

In Eschwege ist es seit jeher Usus, dass die Patienten vor einem Besuch anrufen sollen, berichtet Dr. Philipp Siebrasse, der die Praxis mit drei weiteren Ärzten betreibt. Zudem sei es ein Vorteil, dass die Hausärzte am Bahnhof neue Räume bezogen haben. Einer davon: Es gibt einen zweiten Eingang. Durch diesen werden Patienten, die nach telefonischer Vorbesprechung zum Corona-Test kommen, in einen separaten Teil der Praxis geführt.

Auch hier sind die Sprechstunden getrennt. Sowohl vormittags als auch nachmittags kommen erst die Patienten ohne und dann die mit Infekt dran. Kommen trotzdem Patienten ohne Termin, gibt es zwei Wartezimmer. Auch die Versorgung der Akut-Patienten ist gewährleistet, so Siebrasse. Dabei sei es die „Kunst der medizinischen Fachangestellten“, am Telefon zu entscheiden, wer dringlich behandelt werden muss. 

Für Patientenkontakte setzen die Ärzte vermehrt auf digitale Medien, um ihre Patienten zu betreuen. So berichtet beispielsweise Siebrasse, dass die Praxis insbesondere Videosprechstunden für Altenheime eingeführt hat, da sie diese seltener als üblich besuchen können. Auch  Purr erklärt, dass an zwei der drei Standorte, Großalmerode und Hessisch Lichtenau, Video- und Telefonsprechzeiten eingeführt werden. 

Auch die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt. Die Infektsprechstunde halten die Ärzte in Eschwege nur mit Vollschutz ab. Aus dem Gesundheitszentrum berichtet Purr, dass das Team, das sich um Infekt-Patienten kümmert, immer getrennt von den anderen Mitarbeitern ist. Für die geänderten Sprechstunden, die nur noch nach Telefonat und Terminvergabe stattfinden, setzt Purr auf die Disziplin von allen Seiten. „Wenn es funktioniert, dann haben wir eine relativ leere Praxis.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.