Probe für den Ernstfall

Probe für den Ernstfall: Flammenhölle im Spitzenbergtunnel

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Bei dem Übungs-Szenario mussten eingeschlossene Tunnel-Arbeiter gerettet werden.

Reichensachsen. Es ist ein Szenario, das niemand erleben möchte: Plötzlich bricht in einem Tunnel, der sich gerade in Bau befindet, ein Feuer aus. Die Feuerwehren aus Wehretal sind am Donnerstag zu einem Probe-Einsatz ausgerückt.

Die Situation: Die Arbeiter sind eingeschlossen; der einzige Fluchtweg führt direkt durch die Flammen. Zu genau so einem Einsatz sind am Donnerstagabend die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Wehretaler Ortsteilen Reichensachsen und Hoheneiche gerufen worden.

Der Feierabend war für die meisten gerade eingeläutet worden, als um 18.20 Uhr der Alarm ertönte: Ein Muldenkipper am Eingang zum Portal des Spitzenbergtunnels steht in Flammen, ein Bergmann ist darunter eingeklemmt. Lediglich Gemeindebrandinspektor Pascal Jacob und sein Stellvertreter Kai Herwig wussten, dass es sich um eine Übung handelte, die anderen Einsatzkräfte gingen von bitterem Ernst aus – und rückten mit 37 Mann, die teilweise mit Atemschutzgeräten ausgestattet waren, an.

Nebelmaschine im Einsatz: Bei der Feuerwehrübung wurde kein echtes Feuer gelegt.

Praktisch umgesetzt haben sie dann das, was zuvor schon einige Male in der Theorie durchgegangen worden ist: Treffpunkt nach der Alarmierung ist kurz hinter der Baustellen-Einfahrt zum Tunnel. Dort wird sich darüber informiert, ob sich noch Personen im Tunnel befinden, der bislang 31 Meter in den Berg hinein gegraben worden ist. Möglich macht diese Feststellung ein Registriersystem am Tunneleingang, das jeden Rein- und auch wieder Rausgehenden elektronisch erfasst. Dann geht es ans Retten: Der eingeklemmte Bauarbeiter muss in Sicherheit gebracht und der Muldenkipper möglichst schnell gelöscht werden.

„Es hat alles gut funktioniert“, freute sich Jacob hinterher. „Wir haben unsere Beweglichkeit auf dem Gelände testen und die Gefahren einschätzen können.“

Genutzt wurde für die Übung eine Pause bei den Bauarbeiten: Weil das Gestein des Spitzenbergs weicher war als bei den Probebohrungen festgestellt, musste zusätzliches Material bestellt werden, um die Tunnelschalung stärker zu stabilisieren. „Seit Freitag gehen die Arbeiten aber weiter“, heißt es bei der Deges, die während Tunnelarbeiten immer mal wieder Feuerwehrübungen stattfinden lässt, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

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