Menschen sollen länger gesund bleiben

Projekt "Gesunder Werra-Meißner-Kreis" soll Arztpraxen entlasten

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Tüfteln an Angeboten, welche die Menschen im Kreis gesünder machen: Gesundheits- und Versorgungsmanager Julian Triller (links) und Geschäftsführer Dr. Helmut Hildebrandt.

„Damit man den Rollator erst mit 96 statt mit 76 Jahren benötigt“: Die gesunden Jahre  durch Prävention ausdehnen und Leidensphasen möglichst weit nach hinten schieben – das ist ein Ziel des Netzwerks „Gesunder Werra-Meißner-Kreis“ (GWMK).

 „Damit man den Rollator erst mit 96 statt mit 76 Jahren benötigt“, sagt Dr. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer des GWMK.

Anfang August das Projekt seine Arbeit begonnen. 17 000 Briefe hat die BKK Werra-Meißner, die erste Krankenkasse, die mit dem GWMK zusammenarbeitet, an ihre 21.000 Versicherten versendet, um sie zu einer Mitgliedschaft beim GWMK zu motivieren. 220 sind dem Aufruf bisher gefolgt. Hildebrandt strebt langfristig eine Beteiligung zwischen der Hälfte und zwei Drittel aller BKK-Versicherten an.

Von den kreisweit 600 Einrichtungen im Gesundheitswesen, von Apotheken über Podologen bis hin zu Physiotherapie- und Arztpraxen, haben 30 Interesse signalisiert, 10 davon haben die Zusammenarbeit bereits besiegelt. Hildebrandt hofft auf 70 bis 80 Partner.

Um das zu erreichen, gibt es ein Telecoaching für chronisch Kranke, Kurse, bei denen diese lernen, ihren Alltag mit Erkrankung besser zu organisieren, und solche, um alle Behandler interprofessionell zusammenzubringen. Zudem wurden Gesundheitslotsen als erste Anlaufstelle ausgebildet, beispielsweise für Fragen zu Ernährungsumstellung, Bewegung und Raucherentwöhnung. Als Nächstes sind Gesundheitsforen in den Gemeinden geplant, um von den Bürgern zu erfahren, wo sie noch Probleme im Gesundheitssystem sehen.

Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter, begrüßt den Ansatz des GWMK, „da hier vorbeugender Gesundheitsschutz betrieben wird und neben medizinischen auch soziale Aspekte berücksichtigt werden“. Durch die Beteiligung an ihrem Gesundheitsmanagement gingen die Menschen verantwortungsbewusster mit sich um.

Der Kreis unterstütze das Projekt mit einem Netzwerk für Ärzte, Pflege, Klinikum, Apotheken und Krankenkassen, das an der Verbesserung der medizinischen Versorgung arbeitet.

Langfristiges Ziel ist längere Lebenserwartung

Vorbild für den Gesunden Werra-Meißner-Kreis ist das Gesunde Kinzigtal, welches 2005, auch mit Dr. Helmut Hildebrandt als Geschäftsführer, gestartet ist. Dort zeigen Daten, dass Mitglieder – ein Drittel aller Versicherten hat sich eingeschrieben – 1,2 bis 1,5 Jahre später sterben als ihre statistischen Zwillinge. Fünf Nachfolger für Hausarztpraxen sowie mehr als 600 Mitglieder, die es mithilfe des Gesundheitsnetzwerks geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören, kann das Gesunde Kinzigtal unter anderem als Erfolge vorweisen.

Welche Projekte konkret geplant sind, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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