Frankfurt ist der teuerste Altersruhesitz

Rentner leben hier günstiger: Kaufkraft-Vergleich unterstreicht Vorteil des Landkreises

Rentner können im Werra-Meißner-Kreis günstig leben. 
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Rentner können im Werra-Meißner-Kreis günstig leben. 

Rentner in Hessen leben einer Studie zufolge am günstigsten im Werra-Meißner-Kreis.

Dort haben 1000 Euro eine reale Kaufkraft von 1120 Euro, wie eine jetzt veröffentlichte Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ergab. Ruheständler bekommen hier – vereinfacht gesagt – also mehr für ihr Geld.

Der teuerste Altersruhesitz in Hessen ist demnach Frankfurt, wo 1000 Euro nur eine Kaufkraft von 839 Euro haben, gefolgt von Darmstadt und Wiesbaden.

Werden durch diese Studie jetzt die Bemühungen des Werra-Meißner-Kreises, insbesondere jüngere Familien hier anzusiedeln, erschwert? Nicht nur die älteren Einwohner profitierten von den im Vergleich zu anderen Regionen günstigeren Lebenshaltungskosten, sondern ebenso die jüngeren Bevölkerungsgruppen, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Und das mache den Kreis für Zuzüge neben anderen Kriterien attraktiv.

„Das merken wir beispielsweise durch den Zustrom aus der Kasseler Region“, sagt Klinge, wobei das auch durch die niedrigeren Preise für Baugrundstücke bedingt ist. Im Prinzip bestätige die Kaufkraft-Studie die Werbung der Wirtschaftsförderung mit vergleichsweise besseren Lebensbedingungen im Werra-Meißner-Kreis.

Norbert Zoth, Seniorenrat Witzenhausen

Er stelle immer wieder fest, dass gerade ältere Menschen aus den Städten sich „in unsere Gegend verirren“, sagt Norbert Zoth, der Vorsitzende des Seniorenrates Witzenhausen. Seit vielen Jahren schon suchten sich Rentner aus dem Berliner Raum die Region als Sitz für den Ruhestand aus. Und Wanfried sei von vielen Niederländern auserkoren worden, ältere Fachwerkhäuser zu kaufen und sie zurechtzumachen.

Gleichwohl die Lebenshaltungskosten günstiger seien, bedauert Zoth, dass die Infrastruktur gerade für nicht mehr so mobile Rentner zu wünschen übrig lasse. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf seien vorhanden, aber für spezielle Wünsche beispielsweise bei der Herrenausstattung müsste der Witzenhäuser in größere Städte fahren. Obwohl, schränkt er ein, in Eschwege sehe es mit einem breiteren Angebot schon besser aus.

Gesundheitsausgaben und Mieten wichtig

Für die Auswertung verglich das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos die Lebenshaltungskosten der Rentner in 401 Landkreisen und kreisfreien Städten. Dafür wurde die Gewichtung des allgemeinen Warenkorbes des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen angepasst. Gesundheitsausgaben und Mieten haben in dieser Altersgruppe demnach ein höheres Gewicht. Kosten für Bildung spielen eine geringere Rolle.

(mit dpa/ lhe) 

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