Offener Brief an Verkehrsbehörde

Sanierung des Heidkopftunnels: Drei Landräte warnen vor Verkehrskollaps

Angst vor mehr Schwerverkehr bei Umleitungen: Solche Begegnungen von Lastwagen kann die Bahnbrücke an der B 80 am Arnstein nicht mehr in großem Umfang verkraften. Sie ist – ebenso wie der Heidkopftunnel – sanierungsbedürftig. Foto: Friederike Steensen

Die Landräte der Kreise Werra-Meißner, Eichsfeld und Göttingen befürchten ein großes Verkehrschaos, wenn der Heidkopftunnel an der A 38 im Sommer saniert werden soll. Nun haben sie einen offenen Brief geschrieben.

Darin bitten sie die verantwortliche Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) daher, die Arbeiten so zu gestalten, dass eine Vollsperrung vermieden werden kann.

Sie tauschen sich seit Jahren in der "Kreiskonferenz" aus: Die Landräte Dr. Werner Henning (Eichsfeld-Kreis, von links), Stefan Reuß (Werra-Meißner) und Bernhard Reuter (Göttingen).

Seit Jahren arbeiten die drei Landkreise im Drei-Länder-Eck in einer „Kreiskonferenz“ zusammen. „In jedem Fall wären alle drei Kreise von Umleitungen betroffen“, sagt Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises. Daher wolle man nun mit einer Stimme die Bedenken vortragen.

„Wie die Erfahrungen der Vergangenheit belegen, stellen die Sperrungen des Heidkopftunnels wegen der massiven Überlastung der Umleitungsstrecken für die Region immer wieder ein sehr belastendes und bei den Betroffenen zu großem Unmut führendes Thema dar“, schreiben Stefan Reuß (Werra-Meißner), Dr. Werner Henning (Thüringen) und Bernhard Reuter (Göttingen). Kritisch sehen die drei, dass die NLSTBV offenbar plant, ab Juli vier Monate lang den Tunnel zu sanieren – denn das fällt mitten in die Hauptreisezeit, wenn alle drei Bundesländer Sommerferien haben.

Als Alternative zur Vollsperrung werben Reuß, Henning und Reuter für zwei bereits öffentlich diskutierte Vorschläge: die Gegenverkehrslösung im Tunnel oder den Bau von Behelfszufahrtsrampen. Sie seien geeigneter, „die extremen Belastungen während der notwendigen Sanierung zu minimieren.“

Weitere fachliche Einwände, wie den schlechten Zustand der Bahnbrücke am Arnstein (B 80), hatten die jeweiligen Straßenverkehrsbehörden der Kreise bereits übermittelt. 

Die Fahrbahndecke im Heidkopftunnel muss saniert werden, weil sich die Tragschicht der Fahrbahn nach nur 15 Jahren gesenkt hat. Wie berichtet, werden die Fachplaner am Mittwoch, 20. März, über das weitere Vorgehen entscheiden.  

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