Kreiselternbeirat will sich dafür einsetzen

Schulessen soll gesünder und regionaler werden

Essen mehrmals pro Woche in der Caféteria der Adam-von-Trott-Schule: die Schülerinnen Hanna Tischmacher (vorne links) und Karlotta Prüßner. Anja Touda (ganz links) arbeitet in der Essensausgabe. Christian Schrank (Zweiter von rechts) und Marco Locorotondo vom Kreiselternbeirat stellten ihre Pläne der Schulleiterin Susanne Hermann-Borchert (Mitte) vor. Foto: Faust

Werra-Meissner. Das Mittagsangebot für die rund 11.700 Schüler im Werra-Meißner-Kreis soll gesünder und regionaler werden. Dafür will sich der Kreiselternbeirat einsetzen.

Beiratsmitglied Marco Locorotondo sagt: „Unser Ziel ist aber keine Vereinheitlichung. Das ist aufgrund verschiedener Schulformen, Altersstrukturen und örtlichen Gegebenheiten gar nicht möglich.“

Trotzdem will der Kreiselternbeirat Möglichkeiten zur Verbesserung aufzeigen. Der Vorsitzende des Beirats, Christian Schrank, erklärt: „An den Schulen herrschen große Unterschiede bei Zubereitung, Qualität und Anlieferung des Essens.“

An der Sontraer Adam-von-Trott-Schule werden pro Tag zwischen 15 und 25 Essen ausgegeben. Zum Preis von 3,10 Euro stehen zwei Menüs zur Auswahl. Bestellt wird das Essen ausschließlich über das Internet. „Das klappt einwandfrei und ist der einfachste Weg“, sagt Schulleiterin Susanne Herrmann-Borchert. Caterer ist ein Unternehmen aus Thüringen.

Bis zu 60 Essen für je 3,20 Euro werden in der Johannisbergschule in Witzenhausen täglich frisch in der schuleigenen Küche zubereitet. Gekocht wird bereits mit regionalen Lebensmitteln.

Der Kreiselternbeirat befürwortet bei der Versorgung der Kinder die „Cook and Serve“-Methode. Hier wird Schulessen extern zubereitet und im Idealfall umgehend und noch warm an der Schule serviert. Eingebunden werden bei dieser recht aufwendigen und nicht billigen Variante regionale Caterer oder Gaststätten. Kreisweit an allen Schulen soll in den kommenden Wochen eine Bestandsaufnahme erhoben werden, die nach Beginn des neuen Schuljahres gemeinsam mit dem Schuldezernenten Stefan Reuß, der Schulelternbeiräte, dem Staatlichen Schulamt und dem Ausländerbeirat des Kreises ausgewertet wird.

Abwechslung ist ein Muss

Die Siebtklässlerinnen Hanna Tischmacher und Karlotta Prüßner nutzen das Mittagessen-Angebot der Adam-von-Trott-Schule mindestens zweimal in der Woche. Sie finden: „Ab und zu gibt es richtig leckere Sachen wie Milchreis. Donnerstags werden aber fast immer Nudeln angeboten und Montag ist Suppentag.“ Die Schülerinnen wünschen sich, dass zukünftig noch häufiger fleischlose Menüs zur Auswahl stehen.

Doch ein viel schwerwiegenderes Problem kommt auf die schulische Einrichtung zu: Weil der derzeitige Catering-Service den bestehenden Vertrag zum Ende des Schuljahres im Juli gekündigt hat, wird Ersatz benötigt. „Davon sind nicht nur wir betroffen, sondern auch alle weiteren Schulen und Kindergärten in Sontra“, sagt Schulleiterin Susanne Herrmann-Borchert. Verstehen kann sie die Entscheidung des Thüringer Betreibers nicht, da der auch die schulische Caféteria betreibt - „Konkurrenzdruck herrscht also schonmal keiner“.

Schule unter Zugzwang

Die Mitglieder des Kreis-elternbeirats um den Vorsitzenden Christian Schrank sehen sich durch die Situation an der Sontraer Schule in ihrem Vorhaben bestärkt, das Schulessen im Kreis von regionalen Unternehmen zubereiten zu lassen. Marco Locorotondo sagt: „Gerade in Sontra besteht Zugzwang. Spätestens nach den Sommerferien muss ein neuer Betreiber gefunden sein.“

Dass es keine leichte Aufgabe wird, die Art der Essensausgabe im Werra-Meißner-Kreis zu überarbeiten, wissen die Mitglieder des Kreiselternbeirats. „Wir befinden uns bei den Schulen gerade in der Phase des Umdenkens.“

Das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung soll an einem Tag der Ernährung in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt sensibilisiert werden. Schrank sagt: „Der Grundstein hierfür wird spätestens in der Grundschule gelegt. Wir haben die Aufgabe, junge Menschen für das Leben vorzubereiten.“ Eine Herausforderung seien Schüler mit anderen Ernährungsweisen: Auch für Vegetarier oder Moslems müsse man vorsorgen.

Grundsätzlich im Auge behalten will der Kreiselternbeirat aber die Kostenentwicklung, die sich durch eine Umstellung der Essensausgabe ergäbe. Locorotondo sagt: „Die Schmerzgrenze für eine Mahlzeit liegt definitiv bei vier Euro. Teurer darf das Mittagessen in unserem Kreis nicht werden.“

Landwirtschaft einbinden

Landrat Stefan Reuß empfindet die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen als wichtiges Thema. Vor allem die Einbindung der heimischen Landwirtschaft hält er dabei für unerlässlich. Er sagt: „In den Sekundarstufen eins und zwei haben wir schon vor Jahren umfangreich Küchen, Mensen und Cafeterien geschaffen.“ Zusätzlich erhalten die Schulen im Werra-Meißner-Kreis ein Budget in Höhe von bis zu 6 000 Euro. Das Geld wird meist im Bereich der Essensausgabe oder für den Betrieb von Schulbibliotheken verwendet.

Im aktuellen Kreishaushalt werden Mittel in Höhe von 75 000 Euro für die Mittagessenausgabe an Grundschulen eingeplant.

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