Betrüger nutzen auch Corona

Sicherheit im Internet: Keine Bankdaten an Dritte weitergeben

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Betrug im Internet hat viele Facetten. Die Täter scheuen nicht davor, auch die aktuelle Coronakrise auszunutzen. (Symbolbild)

Das Internet ist besonders in Zeiten von Corona eine große Hilfe. Zugleich birgt es jedoch Gefahren, denn auch Kriminelle sind dort unterwegs. Besonders sensibel sind dabei alle Daten, die in Verbindung mit Bankgeschäften stehen.

Die häufigste Vorgehensweise bestehe darin, dass Betrüger in den Besitz von Kundendaten kommen, um sich Zugriff auf ihr Konto zu verschaffen, sagt Florian Hartleib, Leiter der Unternehmenskommunikation der VR-Bank Mitte.

Das passiert zum Beispiel über E-Mails. So warnt die Sparkasse Werra-Meißner davor, dass in ihrem Namen sogenannte Phishing-Mails verbreitet werden, die Kunden dazu auffordern, ihre Daten auf einer betrügerischen Webseite (Phishing-Seite) einzugeben. Diese Informationen nutzen Kriminelle, um sich Geld von den Konten ihrer Opfer zu überweisen. Hatten diese E-Mails bisher häufig Betreffzeilen wie „Prüfung ihrer persönlichen Daten“ und „Sperrung ihrer Karte“ werden mit der Corona-Krise auch Aussagen wie „Personalausfall wg. Schließung von Schulen“ verwendet.

Die Banken warnen eindringlich davor, Daten an Dritte weiterzugeben. „Auf Online-Zugangsdaten muss man genauso sorgfältig aufpassen, wie auf Bargeld“, sagt Lutz Römer, Leiter der Unternehmensentwicklung bei der Sparkasse Werra-Meißner. Auch Bankkarten und die dazugehörige Geheimzahl sollen nicht weitergegeben werden, sagt Hartleib.

Aber auch bei beleghaften Überweisungen sei Vorsicht geboten, sagt Römer. Denn unberechtigte Personen könnten damit Zugriff auf die Kundenunterschrift bekommen. Deswegen sollten Überweisungen nicht in den Briefkasten geworfen werden.

Alle Banken informieren auf ihren Webseiten über aktuelle Betrugsmaschen. Ob Onlinedienste am PC, Tablet oder Smartphone genutzt werden, sei nicht relevant, da die häufigsten Fälle in der Weitergabe von Daten begründet seien. „Der Nutzer ist der Erfolgsfaktor für die Sicherheit der Onlineservices“, sagt Hartleib.

Täter kopieren Telefonnummern

Die VR-Bank Mitte berichtet zudem von betrügerischen Telefonanrufen: Dabei geben Dritte gegenüber der Bank vor, Inhaber eines Kontos zu sein und wollen eine Transaktion ausführen. Dabei senden sie teilweise die exakte Rufnummer des entsprechenden Kunden mit, um den Anschein zu verstärken, tatsächlich der Kunde zu sein. Die VR-Bank stellt deswegen die Identität ihrer Kunden mit einer zusätzlichen Telefon-Pin sicher.

Betrugsmaschen werden immer professioneller

Im Internet kursieren eine Vielzahl an Betrugsmaschen, weiß Polizeisprecher Jörg Künstler: Sei es durch falsche Microsoft-Mitarbeitern, Romantik-Betrug auf Online-Dating-Webseiten, gefälschte Internethandelsplattformen und Schadsoftware. 

Kriminelle finden immer neue Wege, um an das Geld oder sensible Daten ihrer Opfer heranzukommen. Dabei werden sie auch immer professioneller im Umgang mit den digitalen Medien. Waren früher zum Beispiel fingierte E-Mails – die sogenannten Phishingmails – schlecht formuliert und die Absichten dahinter deutlich zu erkennen, können die Täter heute ganze Internetseite professionell gestalten. So sei es mittlerweile manchmal selbst für Experten schwer, eine Fälschung zu identifizieren, heißt es von der Polizei.

Statistisch unterscheidet die Polizei nicht zwischen Betrugsfällen, die online stattfinden und normalen Betrugsfällen, erklärt Künstler. Die VR-Bank berichtet von regelmäßigen Betrugsversuchen, nennt aber ebenfalls keine Zahlen. Allerdings führe umsichtiges Handeln von Kunden und Mitarbeitern dazu, dass Betrugsversuche häufig verhindert werden, sagt Florian Hartleib, Leiter der Unternehmenskommunikation der VR Bank Mitte. Bei der Sparkasse Werra-Meißner seien die Schäden ebenfalls gering, da sie gute Sicherheitsvorkehrungen gegen Online-Betrug getroffen haben, sagt Lutz Römer, Leiter der Unternehmensentwicklung.

Tipps zum Schutz vor Onlinebetrug, sowie Warnungen vor den aktuellen Methoden geben die Banken und die Polizei auf ihren Webseiten: 

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