Zeitungmachen klappt auch aus der Ferne

So entsteht die Witzenhäuser Allgemeine im Homeoffice

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Ohne Handy geht nichts: Im Gästezimmer von HNA-Redaktionsleiterin Friederike Steensen laufen derzeit per Telefon und Computer alle Fäden des Redaktionsalltags zusammen – das ist manchmal eine Mischung aus Callcenter und Chatroom.

Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen. So auch die Produktion der HNA vom heimischen Schreibtisch aus.

Tischnachbarin mit Fell: Lady Luna hat noch nicht ganz verstanden, dass Redakteurin Nicole Demmer tatsächlich zuhause arbeiten muss und nicht den ganzen Tag streicheln kann. Foto : Nicole Demmer

 Wenn Sie dieser Tage morgens Ihre HNA aufschlagen, sieht sie aus wie immer: Die Texte sind vollständig, es gibt gute Bilder, die Optik stimmt. Wenn wir derzeit morgens die Zeitung aufschlagen, seufzen wir erleichtert: Wieder eine Ausgabe geschafft – obwohl man am Vortag gar nicht in der Redaktion war. Denn seit einer Woche arbeiten auch wir wie viele andere im Homeoffice.

Allerdings können wir unsere Zeit nicht frei einteilen: Punkt 18 Uhr müssen wie bisher alle Seiten ans Druckhaus geschickt werden. Je nachdem, ob die Technik mitspielt, neue Corona-Nachrichten eintrudeln oder wir alle Ansprechpartner erreichen, ist der Stress hoch. Statt vor Ort persönlich mit den Menschen zu sprechen, recherchieren wir per Telefon und Internet. Wenn sich ein direkter Kontakt nicht vermeiden lässt, treffen wir die Ansprechpartner möglichst im Freien und auf Abstand. Auf Fotos findet man deshalb nun seltener Menschen – doch wenn wir alle etwas dazu beitragen wollen, dass sich das Coronavirus langsamer verbreitet, dann ist das vermutlich ein Punkt, mit dem man ganz gut leben kann. Wichtiger ist, dass die Informationen stimmen, dass wir Ihnen einen guten Service bieten können und dass wir alle gesund bleiben.

Zeitungsproduktion zwischen Nähmaschine, Kind und Laptop: Redakteurin Melanie Triesch gestaltete mit ihrer vierjährigen Tochter im Homeoffice das Layout (rechts). 

Unser Fazit nach der ersten Woche: „Zeitung machen im Homeoffice“ funktioniert besser als gedacht – auch, wenn plötzlich fast alle daheim sind. Nur unsere Redaktionsassistentinnen Christina Kraft und Silvia Kleps-Specht sitzen abwechselnd in der Redaktion, allein. Wir halten Kontakt per Telefonkonferenz, besprechen so Themen und verteilen Aufträge. „Wer liest Seite 3 Korrektur? Wer hat Zeit, eine Polizeimeldung zu schreiben?“ Für Fragen wie diese, die am Tag zigfach auftauchen, nutzen wir ein Gruppen-Chat-Programm oder leiten E-Mails weiter. Das ist zwar mühsamer als einfach über den Schreibtisch zu rufen, klappt aber ganz gut. Nach kleinen Startschwierigkeiten läuft meist auch die Technik: Wir können unsere Artikel auf dem Dienstlaptop tippen, im gleichen Layoutprogramm wie sonst. Der Zugriff auf Archiv, Bilddatenbank und Homepage funktioniert. Wir haben Gästezimmer umgeräumt, Esstische zu Arbeitsplätzen umfunktioniert, rückenfreundliche Bürostühle organisiert – geht alles. Und der Weg zur Arbeit entfällt!

Was trotz aller digitalen Helferlein allerdings fehlt, sind die Kollegen. Der kurze Schwatz zwischendurch, die gemeinsame Mittagspause mit Gang zum Bäcker, das gemeinsame Lachen. Für einen lockeren Spruch ruft man nicht an. Die Arbeit im Homeoffice kann ganz schön einsam sein – auch, wenn der Ehemann im Nebenraum Klassenarbeiten korrigiert, man nebenbei das Kind beschäftigen oder sich beim Tippen gegen eine aufdringliche Katze wehren muss.

Wie erleben Sie Ihren Alltag im Homeoffice? Womit haben Sie zu kämpfen? Was ist besonders schön? Schicken Sie uns Ihre Geschichten oder Fotos an

witzenhausen@hna.de

Daraus wollen wir in der kommenden Woche eine Seite gestalten – zum Meißner-Kreis. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

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