Gerichtsprozess wegen sexueller Belästigung

Spediteur soll Fahrerin Sperma ins Gesicht geschmiert haben

Foto: Peter Steffen dpa/lni

Werra-Meißner. Er soll versucht haben, sie zu vergewaltigen und habe ihr Sperma ins Gesicht geschmiert: Eine frühere Lkw-Fahrerin erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Chef.

Der 45-jährige Spediteur aus Hessisch-Lichtenau soll die damals 42-Jährige, die erst wenige Wochen im Betrieb arbeitete, im Mai 2010 sexuell belästigt und versucht haben, sie während einer Fahrt nach Italien im Lkw zu vergewaltigen.

Auf dem Betriebsgelände soll es zum ersten sexuellen Übergriff gekommen sein. Sie schlichteten Paletten in einem Kühl-Auflieger um, so das Opfer. Der Angeklagte habe sie mit einer Hand an die Wand gedrückt, ihr T-Shirt und BH trotz heftiger Gegenwehr hochgeschoben, in den Slip und in ihre Scheide gefasst. Sie habe seinen Beteuerungen geglaubt, dass das nicht mehr vorkommen werde.

Das Angebot ihres Chefs, mit ihr zu einem neuen Kunden in Italien zu fahren, um ihr zu zeigen, wie sich ein Lkw schneller be- und entladen lässt, mochte sie nicht ablehnen, um ihren Job nicht zu gefährden, erklärte die Frau während der Verhandlung im Kasseler Landgericht. Fröhlich soll er beim Reiseantritt gewesen sein, erinnerte sich die zierliche Frau, die burschikos, emotionslos, wortkarg und zurückhaltend auftrat. Häufig konnte sie Details und Abläufe der Übergriffe, die fast fünf Jahr zurückliegen, nur stockend benennen. Auch Scham spiele eine Rolle, sagte die 47-jährige.

Der Angeklagte ließ zum Prozessbeginn über seinen Anwalt mitteilen, dass er keine Angaben machen möchte. Er übte sich während der Befragung seiner Ex-Mitarbeiterin in Minenspiel. Vor allem, als sie von der Fahrt nach Italien berichtete. Dort soll es zum Eklat gekommen sein, als sie bei Modena im Lkw übernachten mussten, weil sie ihre Ladung, gefrorene Pizza, nicht mehr aufnehmen konnten. Er habe sie spätabends in die Schlafkoje gestoßen, sich auf sie gesetzt und sei ihr an die Wäsche gegangen. „Du willst es doch auch“, habe er gestammelt.

Dann „holte er sein Ding raus“, so die heute 47-Jährige. Er habe keine Erektion bekommen und erfolglos versucht, mit dem Penis in sie einzudringen. Mit seinen Fingern stieß er in ihre Scheide und masturbierte. Sein Sperma habe er ihr mit der Hand ins Gesicht geschmiert. „Du machst mich glücklich. Ich mache Dich glücklich“, das habe der Angeklagte bei allen sexuellen Übergriffen gesagt. Ein Urteil wird am nächsten Verhandlungstag am 30. März erwartet. (zal)

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