Stadtumbau: 1,85 Millionen Euro fließen in Werra-Meißner-Kreis

Vorzeigeprojekt des Stadtumbaus: Das E-Werk in Eschwege wurde mit Fördermitteln umgebaut. Foto: privat

Werra-Meissner. In den Werra-Meißner-Kreis fließen im kommenden Jahr rund 1,85 Millionen Euro für den Stadtumbau in Hessen.

Insgesamt werden in diesem Jahr hessenweit rund 19 Millionen Euro für den Stadtumbau vom Ministerium für Umwelt ausgeschüttet. Ministerin Priska Hinz spricht von „erfreulicher Post“, die die Kommunen und interkommunale Zusammenschlüsse erreichen wird. Längst werden von den kommunalpolitischen Gremien diese Fördergelder aber auch kritisch gesehen.

Der Grund liegt auf der Hand: Für alle in Anspruch genommenen Fördermittel müssen die Kommunen auch einen Eigenanteil aufbringen. Die Kommunen Großalmerode, Hessisch Lichtenau, Waldkappel, Kaufungen und Helsa bekommen beispielsweise 647 000 Euro vom Land Hessen. Sie investieren allerdings 900 000 Euro in Projekte wie den Umbau der Roten Schule in Großalmerode oder den Abriss eines Hauses in Hessisch Lichtenau, das zu einem Parkplatz umgebaut werden soll. Die Differenz müssen die knappen Stadtkassen finanzieren.

In der Stadt Wanfried, 2015 die erste Kommune im Werra-Meißner-Kreis die laut Schutzschirmvertrag einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen muss, hat in den politischen Gremien ein Umdenken stattgefunden. „Wir können es uns momentan nicht leisten. In den Beratungen werden alle Fördergelder inzwischen infrage gestellt“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Lediglich Fördermittel, die einen langfristigen Spareffekt beinhalten - wie energetische Sanierungen - würden berücksichtigt.

Einer der größten Fördermittelbezieher aus dem Stadtumbau ist die Kreisstadt Eschwege. 360 000 Euro bekommen sie aus Landesmitteln. Damit wird die Verzahnung von Werra und Innenstadt und der Schlossplatzumbau vorangetrieben. „Wir können unsere Großprojekte nur mit Hilfe dieser Fördermittel umsetzen“, sagt Eschweges Bürgermeister Heppe.

Von Tobias Stück

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