SPD-Landtagsabgeordnete befürchten Stillstand in der dezentralen Energiewende

Suedlink im Werra-Meißner-Kreis: Bürgerinitiative bereit zur Klage

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Protest: Mit Plakaten wie hier an der B 27 in Bad Sooden-Allendorf protestieren die Suedlink-Gegner.

Ihren Unmut über das Gebahren der Vorhabensträger des Höchstspannungsleitungsprojektes hat die BI Werra-Meißner gegen Suedlink im Gespräch mit heimischen SPD-Landtagsabgeordneten geäußert.

Statt die Einwendungen zum Suedlink-Projekt im Bereich des Werra-Meißner-Kreises ernst zu nehmen, hätten die Vorhabenträger Tennet und Transnet BW Fehler beim Erstellen der Gutachten durch den Landkreis und bei den Stellungnahmen gesucht. 

Diesen Eindruck vom dreitägigen Erörterungstermin vor drei Wochen in Rotenburg/Fulda schilderten Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann und weitere Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Werra-Meißner gegen Suedlink kürzlich den heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Knut John und Karina Fissmann, wie diese mitteilen. Die Bürger sind laut Heuckeroth-Hartmann „enttäuscht von solch einer ignoranten Vorgehensweise“.

Bürgerinitiative gegen Suedlink schlägt dezentrale Lösung vor

Dabei ist die Lösung so einfach, äußerten sich John und Fissmann unisono in ihrer Presseerklärung: „Sie ist dezentral zu suchen.“ Die Höchstspannungsleitungen bewirkten allerdings das Gegenteil. 

Sie sorgten „für Stillstand in der dezentralen Energiewende“, so die SPD-Landtagsmitglieder, die auf das bereits 2012 entwickelte Klimaschutzkonzept des Werra-Meißner-Kreises verweisen und sowohl Bundes- als auch Landesregierung bezüglich deren Theorien und Plänen kritisieren, die „längst überholt“ seien.

Konkret zu den Suedlink-Plänen machte laut Pressemitteilung BI-Vorstandsmitglied Helmut Scharff deutlich, dass beispielsweise für den Eschweger Stadtteil Albungen eine wie von John und Fissmann geforderte Mindestabstandsregelung zwischen Erdkabel und Wohnbebauung wichtig sei: „Hier gibt es einen Punkt bei der Sommerliede, wo die Trasse nur 30 Meter entfernt ist.“ 

Und für Bad Sooden-Allendorf sieht er durch die dort geplanten Unterbohrungen der Werra das Heilbad in Gefahr. „Wenn wir unseren Status dadurch verlieren, ist das eine Katastrophe für unsere Region“, so Scharff.

Suedlink: Beim ersten Spatenstich will die Bürgerinitiative klagen

Für die Mitglieder der BI steht fest: „Sobald sie den ersten Spatenstich machen, gehen wir in Klage“, erklärte Heuckeroth-Hartmann gegenüber den SPD-Gesprächspartnern.

 Auch der Kreistag sieht vor, wie Fissmann der Pressemitteilung zufolge sagte, 30.000 Euro in den Haushalt einzustellen, um eine klageberechtigte Interessengruppe bei ihrem Gang gegen Suedlink vor Gericht zu unterstützen.

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