Befürchtungen wegen Schneisen durch den Wald und Baustopp fürs Grenzmuseum Bad Sooden-Allendorf

Suedlink im Werra-Meißner-Kreis: Noch mal fünf Stunden Erörterung

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Sie müssen entscheiden: Als Vertreter der Bundesnetzagentur waren (von links) Christian Koch (Geograf), Daniel Matz (Leiter Zulassungsreferat) und Dr. Angelika Perner (Landschafts- und Umweltplanerin) beim Erörterungstermin in Rotenburg.

Das Suedlink-Projekt, eine Höchstspannungsleitung per Erdkabel von Norden nach Süden durch halb Deutschland zu legen, ruft viele Fragen hervor.

Auch am dritten Tag der Erörterung der Stellungnahmen und Einwände zum Suedlink-Projekt, eine Höchstspannungsleitung per Erdkabel von Norden nach Süden durch halb Deutschland zu legen, standen mögliche und befürchtete Folgen für die Menschen, Tiere und weitere Schutzgüter im Werra-Meißner-Kreis im Mittelpunkt der Fragen und Antworten.

Um sämtliche Punkte abzuarbeiten, waren in Rotenburg/Fulda gestern noch einmal mehr als fünf Stunden erforderlich. Davon berichtete auf Anfrage Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann.

Es ging auch ums Thema Landschaft

Dabei wurde, als es um das Thema Landschaft ging, auf die Veränderung des Landschaftsbildes hingewiesen, wenn bei offener Verlegung der Kabel Wald gerodet wird und keine Bäume nachgepflanzt werden dürfen. Waldschneisen könnten, so eine geäußerte Befürchtung, auch negativen Einfluss auf den Tourismus haben.

Als weiterer Knackpunkt wurde laut Wallmann die sogenannte Veränderungssperre für Baugebiete angesprochen, die durch die Bundesnetzagentur für zunächst fünf Jahre ausgesprochen werden kann, um die Trasse zu sichern. Auswirkungen hätte diese Sperre nicht nur für private Bauvorhaben, sondern würde im Bereich Bad Sooden-Allendorf beispielsweise einen Baustopp für die Veränderungen des Grenzmuseums Schifflersgrund bedeuten. Die Erweiterung dürfe dann nicht mehr genehmigt, geschweige denn wie beabsichtigt demnächst schon in Angriff genommen werden.

„Alle Belange“ würden bei der Entscheidung über den Trassenkorridor berücksichtigt, versicherte am Mittag zum Abschluss Daniel Matz, der Leiter des Zulassungsreferats bei der Bundesnetzagentur, nicht nur den am letzten Tag noch gut 60 erschienenen Einwendern. 

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