Akteure hoffen auf regionalen Reisetrend

Tourismus-Branche im Werra-Meißner-Kreis ist ins Mark getroffen

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Auch in diesem Jahr wird der Mohn in Germerode wieder blühen, auch wenn die touristische Vermarktung noch unsicher ist.

Endlich gab es Lockerungen auch für den Tourismus: Museen, Restaurants, Tierparks und Campingplätze dürfen wieder öffnen und Hotels auch touristische Gäste aufnehmen. Aber:

Durch das Coronavirus und die daraus folgenden Auflagen kam die Branche in den vergangenen Wochen nahezu vollständig zum Erliegen und auch mit den aktuellen Lockerungen wird dennoch für viele Gastrogewerbe kein kostendeckender Betrieb möglich sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele das über Wochen so durchhalten“, sagt Christian Pelikan, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Während der Schließung hätte die Branche ihre Kreativität gezeigt. So bot zum Beispiel das Restaurant Quitte in Bad Sooden-Allendorf über Instagram Kochkurse an. Die Auflagen seien nicht nur für die Branche eine Katastrophe, sondern könnten dies auch gesellschaftlich und kulturell werden. Wenn die Gasthäuser wegbrechen, sei das besonders im ländlichen Bereich dramatisch, da hier kaum junge Leute hinziehen werden, um neue Restaurants zu eröffnen.

„Der Tourismus ist für die Region wie überall eine wichtige Einnahmequelle“, sagt Johannes Siebold, Leiter der Tourist-Information in Witzenhausen. Durch die Auswirkungen des Coronavirus werde ein großer Teil dieser Einnahmen fehlen. Siebold hofft vorsichtig auf einen regionalen Reisetrend in diesem Jahr, dass vor allem Urlaub in Deutschland beliebt sein wird. Bis zum 14. Juni gilt vorerst die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für touristische Reisen. „Ich könnte mir vorstellen, dass auch danach viele Leute keine Auslandsreise buchen, weil die Unsicherheit zu groß ist“, sagt Siebold. Das sei aber stark von der weiteren Entwicklung abhängig.

„Die Auswirkungen der Coronakrise haben die Branche bis ins Mark getroffen“, sagt Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Nationalparks. Auch im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land sind viele Veranstaltungen weggefallen. Zur Kirschblüte bei bestem Wetter habe man zum Beispiel die Gäste auffordern müssen, daheim zu bleiben.

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