Sechs Unfälle mit motorisierten Fahrrädern

Höheres Unfallrisiko auf E-Bikes - Trend aber ungebrochen, auch im Werra-Meißner-Kreis

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Höheres Unfallrisiko auf E-Bikes (Symbolbild)

Sich ein E-Bike anzuschaffen, liegt im Trend, die Räder bergen aber auch Gefahren: In der Statistik der Polizei Werra-Meißner sind 2018 sechs Verkehrsunfälle mit E-Bikes festgehalten.

Dabei wurden drei Menschen schwer verletzt, drei erlitten leichte Blessuren. Die Zahlen entsprechen ungefähr denen des Vorjahres. Im selben Zeitraum stürzten 52 Verkehrsteilnehmer mit klassischen Rädern, darunter zehn Kinder. 28 wurden leicht verletzt, zehn schwer.

Nichtsdestotrotz sind Pedelecs, oft als E-Bikes bezeichnet, beliebt: Guido Schilling von der Jugendverkehrsschule der Polizeidirektion Werra-Meißner in Eschwege bestätigt den Trend. „Ich habe den Eindruck, dass inzwischen 80 Prozent der Radler mit E-Bikes unterwegs sind“, sagt er. 

Mit der höheren Geschwindigkeit der E-Bikes nimmt das potenzielle Unfallrisiko zu – vor allem für ältere Menschen, die möglicherweise lange nicht mehr Rad gefahren sind. Rüdiger Kunz von der Polizeistation in Eschwege rät deswegen, an einer Schulung teilzunehmen, wie sie von der Verkehrswacht angeboten wird. „Das ist sehr zu empfehlen, gerade nach einer langen Radfahrpause.“ Und er hat einen weiteren Tipp: einen Helm tragen. „Das gilt aber grundsätzlich für alle Radfahrer.“

Renate Rabe vom gleichnamigen Zweiradhaus in Wanfried schätzt, dass inzwischen mindestens jedes zweite verkaufte Fahrrad einen Elektromotor hat – und „die Tendenz ist steigend“. Sie geht nicht von steigenden Unfallzahlen aus.

Bei Velo-Mangold in Eschwege kommt die neue Technik noch deutlich besser an. „Wir haben inzwischen einen Anteil von 60 Prozent E-Bikes“, sagt Geschäftsführer Andreas Nützler. Die Quote zugunsten der E-Mobilität wäre aus seiner Sicht noch viel deutlicher, „wenn wir nicht so viele Radsportler als Kunden hätten, die hochwertige klassische Rennräder und Mountainbikes kaufen“. Nützler sagt, er bekommt kaum Elektroräder zur Reparatur, die bei einem Unfall beschädigt wurden. 

Tödlicher Unfall auf einem E-Bike drei Mal wahrscheinlicher

Eine aktuelle Studie der Allianz-Verischerung zeigt, dass Elektro-Fahrräder eine hohe Unfallquote haben. Bei einer Fahrt auf dem E-Bike ist demnach die Gefahr eines tödlichen Unfalls drei Mal höher als auf einem normalen Fahrrad ohne Motor. Den Angaben der Allianz zufolge kommen im statistischen Schnitt pro Milliarde gefahrener Kilometer 11,64 Pedelec-Fahrer ums Leben, die vergleichbare Quote für nicht motorisierte Fahrräder liegt bei 8,96.

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