Reinhard Klaus prüft Leitungen

Unterwegs mit dem Gasprüfer im Werra-Meißner-Kreis 

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Unterwegs mit einer Teppichsonde: Gasprüfer Reinhard Klaus sucht im Auftrag der EAM nach Gaslecks.

Ermschwerd. Seit zehn Jahren überprüft Reinhard Klaus, der ursprünglich aus dem Rohrleitungsbau kommt, Gasleitungen im Auftrag der EAM. Wir haben ihn bei seinem Job im Werra-Meißner-Kreis begleitet.

„Sie waren gestern auch in unserer Straße, darf ich fragen, was Sie machen?“ Mit seiner Teppichsonde, einem Laptop, den er wie einen Bauchladen vor sich trägt, und seiner orangefarbenen Kleidung bleibt Reinhard Klaus im kleinen Ermschwerd nicht lange unentdeckt. „Oberirdische Überprüfung der erdverlegten Gasleitungen“, spult der Gasprüfer routiniert als Antwort herunter. Die Einwohnerin ist zufrieden und verabschiedet sich.

Klaus, der seit Anfang April in Hessisch Lichtenau, Witzenhausen, Wehretal, Meinhard und Neu-Eichenberg unterwegs ist, setzt seinen Weg fort. 145 Kilometer muss er ablaufen, 40 Kilometer schafft er am Tag, aber: „Ich muss ja auch jede Strecke wieder zurücklaufen.“ 

Währenddessen schiebt er die flach auf dem Boden liegende Teppichsonde des Gasprüfgeräts FID (Flammenionisationsdetektor), die im Ortsnetz Anwendung findet und die Bodenluft ansaugt, vor sich her. Per Bluetooth ist sie mit dem Laptop verbunden, der anschlägt, wenn die angesaugte Luft Gas enthält.

Bei Regen ist er nicht anzutreffen: Wasser verfälscht Messergebnisse

Seit zehn Jahren überprüft Klaus, der ursprünglich aus dem Rohrleitungsbau kommt, Gasleitungen im Auftrag der EAM. Alle vier Jahre müssen die Haupt- und Hausanschlussleitungen auf mögliche Lecks kontrolliert werden. Mit dem Gasprüfgerät fährt er über die Schnittkanten, „wo mögliches Gas überhaupt eine Chance hat, hochzukommen“. 

Bei Regen sucht man Klaus allerdings vergeblich auf den Straßen. „Da Wasser schwerer als Gas ist, würde es bei Regen nicht den Weg nach oben finden.“ Die Ergebnisse der Überprüfung wären somit eventuell verfälscht. Daher muss Klaus einen Tag warten, bis das Wasser abgelaufen ist.

Wo die Leitungen liegen, sieht der Gasprüfer zum Einen an kleinen Gullydeckeln mit der Aufschrift „Gas“ sowie auf an Straßenschildern angebrachten Hinweisschildern, zum Anderen auf seinem Laptop, der ihn per GPS mit digitalem Kartenmaterial lotst. 

Ermschwerd: Gasleitungen sind bei modernen Gebäuden häufig

„Früher hat diese Aufgabe noch ein Lotse übernommen, der in seiner Kartentasche zahlreiche Rollen mit Plänen hatte und mir so den Weg gezeigt hat“, sagt Klaus. Dieser Weg führt den Prüfer bis zur gelben Gasplakette, die am jeweiligen Gebäude die Einführungsstelle der Hausanschlussleitung kennzeichnet. In Ermschwerd habe zirka jedes dritte bis vierte Haus eine Gasleitung, in Neubaugebieten nahezu jedes Gebäude.

Bei drei ppm (part per million), also drei Prozent von einer Million, gibt das Gerät ein Warnsignal ab, erklärt Klaus. In diesem Fall kommt ein weiteres Gerät zum Einsatz, mit dem Klaus mindestens drei Bohrungen im Abstand von einem Meter unternimmt. 

„Das Gasspürgerät findet nämlich nur alle Kohlenwasserstoffe, erst mit dem Befund der Bohrungen weiß ich, um welches Gas es sich handelt.“ Während Methan auch durch Fäulnis entstehen kann, kommt Ethan nur in Erdgas vor, erklärt Klaus, der in diesem Jahr noch Northeim, Marburg und Baunatal ablaufen wird.

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