Genossenschaftsbank wäre aber offen für Gespräche

VR-Bank Werra-Meißner will vorerst keine Fusion anstreben

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Wollen ohne Fusion auskommen: Die VR-Bank-Aufsichtsräte Thorsten Zindel (v.l.), Erich Klebe sowie die Vorstände Uwe Linnenkohl und Bettina Maschke.

Werra-Meißner. Zehn Genossenschaftsbanken in Nordhessen und Südniedersachsen haben seit 2016 fusioniert. Gegen diesen Trend stemmt sich die VR-Bank Werra-Meißner, wie die Vorstände Uwe Linnenkohl und Bettina Maschke jetzt betonten.

„Wir planen derzeit keine Fusion. Wir wollen uns für die Zukunft gut aufstellen", sagten die beiden Vorstände.

Dabei wird es wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase für Regionalbanken schwieriger, Gewinne zu erwirtschaften. Ausschlaggebender für viele Fusionen sei aber die Bürokratie, so Maschke. Seit der Finanzkrise seien die Vorgaben, welche Daten Banken an die Europäische Zentralbank melden müssen, gewachsen. „Im Schnitt muss jede Bank pro Jahr 700 000 Datenpunkte melden.“ Das könnten kleine Banken nicht leisten. Daher würden viele Geldhäuser fusionieren, Mitarbeiter teilen und gemeinsam in neue Technik für digitale Bankgeschäfte investieren. Bis 2022 sind von 1000 Genossenschaftsbanken nur noch 500 übrig, schätzt Linnenkohl. Ein weiterer Vorteil einer Fusion sei, dass große Banken attraktivere Arbeitgeber sind. So haben man trotz Fachkräftemangel bessere Chancen auf gutes Personal.

Abgeneigt von der Idee der Fusion sind Linnenkohl und Maschke daher nicht. 2013 hatte es schon Fusionsverhandlungen mit der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg gegeben – letztlich erfolglos. 2014 hieß es vom Vorstand noch, an einer Fusion führe langfristig kein Weg vorbei. „Wir sind offen für Gespräche“, sagt Linnenkohl jetzt. „Wir wären für kleinere Banken ein sehr interessanter Gesprächspartner.“ Schließlich sei man die zweitgrößte VR-Bank in der Region.

Sorgen, dass die VR-Bank Werra-Meißner durch die vielen Fusionen in den Nachbarkreisen als „Insel“ nun keinen Partner finden würde, macht sich der Vorstand nicht. Dabei käme eigentlich nur eine Bank als Partner in Frage, deren Geschäftsgebiet direkt angrenzt. „Sonst gibt es keine Synergieeffekte, da man die Mitarbeiter nicht sinnvoll teilen kann“, erklärt Maschke. 

Hintergrund: Viele Banken-Ehen in der Region

In der Region haben viele Genossenschaftsbanken fusioniert. Ein Überblick: 

• Juli 2016: Die VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg und der Bankverein Bebra verschmelzen. 

• März 2017: VR-Banken in Dransfeld und Holzminden fusionieren. 

• Mai 2017: Vertreter beschließen Fusion der Kasseler Bank und der Volksbank Göttingen rückwirkend zum 1. Januar. 

• Juni 2017: Die Vertreterversammlungen der VR-Banken Schwalm-Eder und Chattengau stimmen für eine Fusion. Die Raiffeisenbank Borken zog sich vorher aus der geplanten Dreier-Fusion zurück. 

• Januar 2018: Fusion der VR-Banken aus Duderstadt und Heiligenstadt ist geplant. (fst)

 

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