Grund ist die Dürre

Rapsfelder werden weniger: Rückgang im Werra-Meißner-Kreis liegt bei 24 Prozent

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Weniger Anbauflächen für Raps: Nur noch 3500 Hektar bepflanzt.

Die Anbaufläche von Raps ist in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis um rund ein Viertel zurückgegangen. Das berichtet der Kreisbauernverband.

Statt 4600 Hektar im vergangenen Jahr wurde die Nutzpflanze in diesem Jahr auf nur 3500 Hektar ausgesät. Und auch hier treibt sie nicht überall Blüten aus. Grund für den Rückgang ist der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr.

Zur Erklärung: Für die Aussaat von Raps steht den Landwirten nur ein sehr kleines Zeitfenster zur Verfügung. „Die Saat muss zwischen dem 20. August und dem 3. September in den Boden gebracht werden“, sagt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Uwe Roth. Wegen ausgebliebener Niederschläge war es vielen Landwirten zu dieser Zeit überhaupt nicht möglich, die Saat auszubringen. 

Durch die extreme Trockenheit und Regenfälle, die erst im Oktober eingesetzt haben, sei die Pflanze vor dem Winter zu spät aufgegangen. „Viele Kollegen haben sich noch im Herbst gegen Raps entschieden und die Felder kurzfristig nochmal umgebrochen“, sagt Roth. Die schlechten Bedingungen aus 2018 haben Auswirkungen bis heute. An mancher Stelle sei es nicht bis zur Blüte gekommen.

Aktuell stehen alle Pflanzen auf den Feldern im Kreis gut da, berichtet Roth. Der Regen der vergangenen Wochen habe sich ausgezahlt. Gemessen wurden Niederschlagsmengen von 11,5 Liter pro Quadratmeter in Witzenhausen und 33 Liter in Röhrda. „Nach momentanem Stand könnten wir eine richtig gute Ernte erwarten“, sagt Roth. Dazu müsste die Wetterlage aus dem bisherigen Mai noch ein wenig anhalten.

Die Böden haben sich insgesamt noch nicht von der Dürre aus 2018 erholt. Sie seien nur oberflächlich feucht und nicht ausreichend gesättigt. „Zwei Wochen Trockenheit und der ganze Vorteil ist wieder dahin“, sagt Roth. Die Bauern hoffen jetzt auf eine weitere gute „Verdunstungsreduzierung“.

Der Raps - eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze

Raps ist eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze. Genutzt werden die Samen vor allem zur Gewinnung von Rapsöl und auch von Bio-Kraftstoff. Bienen nutzen den Nektar zur Honigproduktion. Raps ist bei der Fruchtfolge mit Getreide wichtig, da er Struktur und biologische Aktivität des Bodens fördert sowie mit Wurzeln und liegen gebliebenem Stroh auf dem Feld der Humusbildung dient. Außerdem sorgt Raps für die Acker-Hygiene, weil er Schädlinge bekämpft.

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