Werra-Anrainer-Kommunen wollen gemeinsam Hochwasser bekämpfen

Besserer Schutz: Künftig wollen sich die Kommunen besser gegen Hochwasser, wie 2016 in Witzenhausen, wappnen. Archivfoto: Meder

Werra-Meissner. Die Form der Zukunft der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) zum Hochwasserschutz im unteren Werratal wird gerade kontrovers diskutiert.

Die fünf beteiligten Anrainer-Kommunen haben in ihrem jüngsten Treffen unterschiedliche Positionen deutlich gemacht.

Das Ingenieurbüro Sönnichsen & Partner aus Minden schlug für die nächste Phase einen Ausgleichspool für Retentionsraum, eine Koordinierungsstelle und eine Hochwasserpartnerschaft vor. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist dieser Zusammenschluss, der unter dem Begriff „IKZ Untere Werra“ firmiert, eigentlich? 

Die „IKZ Untere Werra“ ist ein Pilotprojekt und deutschlandweit einzigartig. Zusammengetan haben sich die Städte Bad Sooden-Allendorf, Wanfried, Eschwege und die Gemeinde Meinhard. Die fünf Kommunen haben 2014 eine Hochwasserschutzstudie in Auftrag gegeben. Es wurden Ideen erarbeitet, wie man das Werratal im Kreisgebiet bei Hochwasser schützen kann und wie man Auswirkungen vorhersagt.

Was wurde hier bisher erreicht? 

Für die fünf Kommunen wurden Lösungen vorgeschlagen, wie die Auswirkungen des Hochwassers abgemildert werden können. Bad Sooden-Allendorf würde zum Beispiel von einem Deich entlang der B 27 profitieren. In Witzenhausen sollen die Deiche erhöht werden.

Für Altenburschla und Wanfried werden Hochwasserschutzmauern in Betracht gezogen. In Eschwege könnte eine Flutmulde am Nordarm der Werra und eine Schutzmauer am Werdchen Brückenhausen schützen. In Jestädt sei der Objektschutz nur für einzelne Gebäude sinnvoll. Kleinvach könnte von Flutmulden profitieren.

Wie sieht eine weitere Zusammenarbeit der Kommunen aus?

Die Kreisstadt Eschwege und Witzenhausen haben sich beim jüngsten Zusammentreffen klar für eine weitere interkommunale Zusammenarbeit ausgesprochen. „Ich halte die Fortführung der IKZ für sinnvoll und wichtig für den gemeinsamen Hochwasserschutz“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe.

Die anderen Kommunen sind sich über die Form noch nicht sicher. Finanzielle Gründe sind hier hauptsächlich ausschlaggebend. In Bad Sooden-Allendorf wird im Frühjahr entschieden. Ebenso in Wanfried. „Ob die Stadt Wanfried die Linienschutzmaßnahmen umsetzen kann oder lediglich am Objektschutz interessiert ist, müssen jetzt die Gremien der Stadt entscheiden“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Eine weitere finanzielle Beteiligung an der IKZ sei im Haushalt nicht vorgesehen. In Meinhard wird über die Aufrüstung der Feuerwehr mit mobilen Schutzvorrichtungen diskutiert. „Die IKZ begrüßen wir, können sie aber finanziell nicht unterstützen“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill.

Wann werden die in der Studie erarbeiteten Schutzmaßnahmen umgesetzt? 

Die Kommunen könnten zeitnah Linienschutz, Deicherhöhungen oder Flutmulden umsetzen, wenn die finanziellen Mittel ausreichen. Witzenhausen und Eschwege haben beispielsweise Geld dafür in den Haushalt eingestellt.

Was habe ich als Hauseigentümer in einem Risikogebiet von der Schutzstudie? 

Vom Ingenieurbüro Sönnichsen & Partner werden konkrete Vorschläge individuell für jedes Haus im Risikogebiet erarbeitet und in Objektschutzblättern niedergeschrieben. Dazu gibt es jetzt noch Objektbegehungen.

Von Diana Wetzestein und Tobias Stück

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