Für Menschen ungefährlich

Die Schweinepest rückt näher – durch Wurst

Werra-Meißner. Die Schweinehalter im Werra-Meißner-Kreis sind beunruhigt, die Jäger sehen sich gefordert: Sobald die Felder abgeerntet sind, wollen sie verstärkt Jagd auf Wildschweine machen.

Grund dafür ist, der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Die droht, durch Wildschweine verbreitet zu werden.

Vor einem Monat wurden erste Fälle der seit 2014 in Osteuropa auftretenden Schweinepest aus der Grenzregion zwischen Tschechischer Republik und Slowakei gemeldet, also knapp 700 Kilometer von Eschwege entfernt.

Für das Hessische Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium war es Anlass für eine Warnung, weil sich diese „gefährliche Tierseuche“ schnell ausbreiten könne: „Wer seinen Urlaub in Osteuropa verbringt, sollte sich vorher über die Lage vor Ort informieren.“ Für den Menschen sei die Krankheit zwar ungefährlich. Doch bei Haus- und Wildschweinen führe sie zu hohen Verlusten.

Insbesondere wird auch für Hessen eine Gefahr gesehen durch Schwarzwild, das sich beispielsweise aus Mülltonnen an Autobahnen und Transitstrecken bedient und dadurch insbesondere an Wurstwaren und andere Produkte aus Schweinefleisch aus Ländern kommen kann, in denen die Schweinepest vorkommt.

Gerade bei Straßen mit Lkw-Verkehr aus Osteuropa wie die B7 sieht auch Silke Hartung vom Jagdverein Hubertus Witzenhausen eine denkbare Möglichkeit, dass sich Wildschweine infizieren könnten. Aber: „Wir sind sensibilisiert“, sagt die Vereinssprecherin. Gerade auch bei Tieren, die ohne erkennbare äußere Einwirkung verendeten. Derartige Funde würden sofort zwecks Untersuchung ans Veterinäramt gemeldet.

Die Gefahr sei zwar nicht neu, durch das Näherrücken aber verschärfe sich das Problem, sagt Uwe Roth vom Kreisbauernverband: Denn wenn ein Fall von Pest vor Ort bekannt ist, sei es zu spät, plädiert er für ein rigoroses Vorbeugen.

Rubriklistenbild: © dpa

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