Nur leichter Anstieg auf 65 Fälle hessenweit

2017 gab es keine Organspende im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meissner. Im vergangenen Jahr hat es in Hessen 65 Organspenden gegeben (ohne Lebendspenden). Im Werra-Meißner-Kreis hingegen nicht eine.

Dies ergibt sich aus den vorläufigen Jahreszahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Zahl demnach leicht gestiegen. Damals waren es 56.

Im Klinikum Werra-Meißner gab es nach Angaben der DSO im Jahr 2017 keine Organspende. Das Klinikum selbst wollte sich zu weiteren Fragen unserer Zeitung nicht äußern. Laut DSO wurde am Eschweger Standort im Jahr 2016 ein Organ gespendet. Der leichte Anstieg in Hessen wiederum steht einem bundesweiten Tiefstand gegenüber. Die DSO berichtet in einer Pressemitteilung vom niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Demnach gab es in Deutschland im vergangenen Jahr 797 Spender – 60 weniger als im Jahr zuvor.

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„Die DSO sieht die bundesweite Entwicklung schon lange mit Sorge und hat gemeinsam mit den Entnahmekrankenhäusern umfangreiche Analysen zu den möglichen Ursachen durchgeführt“, heißt es in der Mitteilung der Stiftung. Die Auswertungen zeigten unter anderem, dass in Krankenhäusern bei Therapieentscheidungen die Organspende teilweise nicht in Betracht gezogen werde.

Gegenüber unserer Zeitung äußerte sich im vergangenen Juni Dr. Stefan Selhorst-Kiss, Chefarzt der Anästhesie am Standort Eschwege des Klinikums Werra-Meißner und Transplantationsbeauftragter. So sei es wünschenswert, wenn sich jeder aktiv mit der Frage nach einer möglichen Organspende im Todesfall auseinandersetzen würde, „indem man das durch einen Organspendeausweis dokumentiert“ (siehe Hintergrund).

Ende 2017 warteten in Hessen laut Eurotransplant 660 Menschen auf ein Spenderorgan – mehr als 10.000 standen Anfang 2018 deutschlandweit auf der Warteliste. 

Rubriklistenbild: © dpa

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