Projekt Pinguin

Werra-Meißner-Kreis: Eltern haben dank Paten Zeit zum Luftholen

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Hilfe für die Mutter: Karola Wachsmuth (rechts) unterstützt Juliane Lucas (Mitte), indem sie einmal pro Woche Hannah (Zweite von links) und Emily betreut. Mit dabei: Christina Britsch von der Familienbildungsstätte.

Werra-Meißner. Einfach mal da sein und ein bis drei Stunden pro Woche einer Familie die Kinder abnehmen, sodass Zeit ist für Besorgungen oder einfach, um Luft zu holen.

Das wünscht sich die Evangelische Familienbildungsstätte Mehrgenerationenhaus Werra-Meißner für ihr Projekt „Pinguin“, in dem Ehrenamtliche Familien unterstützen.

Eine dieser Paten ist Karola Wachsmuth aus Witzenhausen, die bereits in der dritten Familie hilft. „Ich wollte schon immer ehrenamtlich etwas machen und habe mich dann für die Arbeit mit Kindern entschieden. Bisher hat es immer Spaß gemacht“, berichtet sie aus ihren Erfahrungen. Momentan schaut sie regelmäßig bei der alleinerziehenden Mutter Juliane Lucas in Ziegenhagen vorbei und geht mit deren Töchtern Hannah und Emily auf den Spielplatz oder beschäftigt sie anderweitig.

Fester Patentag

„In der Zeit gehe ich einkaufen oder mache den Haushalt“, erklärt Lucas. Da keine Großeltern in der Nähe seien, sei die Hilfe durch Wachsmuth eine große Erleichterung. „Ich bin da, beschäftige die Kinder aber versuche, mich nicht in die Erziehung einzumischen“, erklärt Karola Wachsmuth und Juliane Lucas ergänzt: „Hannah freut sich schon immer auf den Mittwoch.“ Dann nämlich ist fester Patentag für Karola Wachsmuth bei der jungen Familie.

Manche Paten entlasten die Eltern aber auch abends, sodass Vater und Mutter Zeit füreinander haben, berichtet Christiane Britsch, die das Projekt gemeinsam mit Dagmar Quentin betreut.

Vorher lief ein ähnliches Programm rund zehn Jahre unter dem Namen „Welcome“, erklärt Britsch. Damals nur auf Kinder von null bis einem Jahr ausgelegt, wurde es nun für Kinder bis sechs Jahre ausgeweitet. Wenn eine Familie sich meldet, schaut sie, ob ortsnah ein Pate zur Verfügung steht, berichtet Britsch, da die betreuten Familien die Fahrtkosten des Paten tragen.

Während ihres Einsatzes sind diese versichert und erhalten Unterstützung, etwa, wenn Familien zu fordernd seien. Dazu bietet die Familienbildungsstätte auch Qualifizierungen an. Eine davon ist „Lesen lernen“. Mitfinanziert wird das Projekt durch den Kreis und die BKK.

Sieben Paten gibt es laut Britsch momentan kreisweit. Bisher bekannt sind fünf Familien, die Paten suchen. Gerade für Familien mit Mehrlingen oder mehreren kleinen Kindern werde dringend Hilfe benötigt.

Informationen zum Projekt Pinguin gibt es bei Christina Britsch, Tel.: 01 51/20 71 94 13, E-Mail: christina.britsch@fbs-werra-meissner.de und bei Dagmar Quentin, Tel.: 01 76/30 71 78 47, E-Mail: dagmar.quentin@fbs-werra-meissner.de

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