Trockenheit beeinträchtigt Versorgung nicht

Trotz Mehrverbrauchs kein Mangel an Wasser im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meißner. Trotz der anhaltenden Trockenheit ist die Trinkwasserversorgung im Werra-Meißner-Kreis gewährleistet – und das auch nicht nur noch wenige Tage.

Das bestätigen Manfred Helmer, Abteilungsleiter der Stadtwerke Witzenhausen, und Dieter Meyer, Wassermeister der Stadtwerke Eschwege. Auch in den kleineren Kommunen ist nirgendwo von einem womöglich drohenden Wassermangel die Rede.

Im Landkreis ist das Trinkwasser überwiegend Grundwasser. Entscheidend für die dauerhafte Versorgung sei aber, sagt Helmer, dass von oben mehr nachkomme als entnommen werde – und das sei im Jahresmittel auch so. Der Wasserverbrauch sei wegen der Hitze spürbar gestiegen. Neben dem Trinkwasser wird Wasser derzeit vor allem auch als Gießwasser für Pflanzen, Duschen, Pools und andere Erfrischungen benötigt.

Rund 40 000 Menschen versorgen die beiden Stadtwerke. An einem Sommertag verbrauche man in Witzenhausen üblicherweise etwa 1250 Kubikmeter. Derzeit seien es bis zu 2500 Kubikmeter – also etwa das Doppelte, sagt Manfred Helmer. Das entspricht einer Menge von 14 000 Badewannen-Füllungen.

In Eschwege werden derzeit rund 4500 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, sagt Wassermeister Dieter Meyer. Das bedeute nur eine leichte Erhöhung, da es üblicherweise in einem Sommermonat pro Tag knapp 4000 Kubikmeter seien.

Es bestehe kein akuter Anlass für die Witzenhäuser, Wasser zu sparen, ein verantwortungsvoller Umgang sollte eine Selbstverständlichkeit sein, sagt Abteilungsleiter Helmer. Wie viel Wasser genau im Boden vorhanden ist, wisse man nicht, die Hochrechnung der Hydrogeologen sei aber genau und ließe keinen Mangel befürchten. Trotzdem, so appelliert auch Wassermeister Meyer an die Verbraucher, sollten sie mal überlegen, ob es notwendig sei, Trinkwasser auf den sowieso schon verbrannten Rasen zu spritzen. 

Regierungspräsidium schränkt Entnahme von Wasser ein

Das Regierungspräsidium Kassel hat die erlaubnisfreie Entnahme von Wasser aus kleinen Gewässern beschränkt. Aufgrund der Trockenheit seien die Pegelstände an den nord- und osthessischen Gewässern in den Niedrigwasserbereich gesunken. Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen seien daher zum Teil nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich und bedürften besonderer Sensibilität.

Auch an größeren Gewässern dürfe der Abfluss nicht wesentlich vermindert werden. Durch geringe Abflüsse und die starke Erwärmung des Wassers verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Gewässerorganismen zusehends. Insbesondere an kleinen Gewässern bestehe die Gefahr, dass ihnen durch zusätzliche Wasserentnahme jegliche Überlebensmöglichkeiten entzogen wird und sie dann absterben.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.