Im Werra-Meißner-Kreis wird barrierefrei gebaut

Ebenerdig und mit breiten Türen: So sollte eine seniorengerechte Wohnung sein. Foto: Archiv

Werra-Meissner. In etlichen Projekten entstehen momentan barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen - Ein Investor berichtet.

Barrierefrei, und damit auch seniorengerecht, wird momentan in einigen Städten im Kreis gebaut. In Bad Sooden-Allendorf zum Beispiel entstehen gerade in mehreren Projekten solche Wohnungen. Und auch in Großalmerode soll aus dem ehemaligen Rewe-Getränkemarkt inmitten der Stadt barrierefreier Wohnraum werden.

2015 kaufte Ulf Steuer den den Gebäudekomplex mit früherem Geschäft in der Tonstadt, zu der auch zwei Wohnhäuser mit Mietwohnungen gehören. Er entschloss sich, in dem ebenerdigen Gebäude barrierefreie, in sich abgeschlossene Wohnungen zu bauen, „damit man in seinen eigenen vier Wänden ist“, erklärt Steuer. Eine Idee, die bei der Stadtverwaltung Zustimmung fand, als er sie dort vorbrachte.

Also ließ Steuer acht Wohnungen, von 42 bis 92 Quadratmeter, durch einen Architekten planen. Wichtig für den Wohnraum sei unter anderem, dass alles ebenerdig ist und die Türen einen Meter breit seien, sodass man auch mit Rollstuhl und Rollator gut hindurchkommt, weiß der Fachmann. Dazu kommen ebenerdige Duschen, Badewannen, die - wenn vorhanden - in die Erde eingelassen sind, Toiletten in passender Höhe und mit Haltegriffen sowie Waschbecken, unter die man mit dem Rollstuhl fahren kann. Dazu sollen alle Wohnungen in Schlaf-/ und Wohnzimmer mit einem Notrufknopf ausgestattet werden. Zusätzliche Betreuungs- und Pflegedienste könnten sich die Bewohner dann individuell nach ihren Bedürfnissen dazuholen.

Sobald die Baugenehmigung des Kreises vorliegt, soll es mit dem Umbau losgehen und ab Sommer/Herbst dieses Jahres könnten dann die ersten Mieter einziehen, sagt Steuer, der betont: „Wir bevorzugen ältere Menschen.“

Rund 25 Prozent teuerer sei es, barrierefrei statt nach Standard zu bauen, schätzt der Großalmeröder, der trotzdem aufgrund der aufwendigen Antragsstellung auf Förderungen verzichtet. Am Ende sollen die Wohnungen dann zu einem Quadratmeterpreis ab sechs Euro vermietet werden. Eine der Wohnungen sei bereits vergeben, für zwei weitere gebe es Interessenten. Sollten sich die Wohnungen gut vermieten, kann Steuer sich vorstellen, ein weiteres barrierefreies Haus mit sechs bis acht Wohnungen zu bauen.

Zur Ausstattung rät das Seniorenbüro Werra-Meißner folgendes: 

Praktisch, sicher und bequem soll eine barrierefreie Wohnung sein. Zur Ausstattung hat das Seniorenbüro/Pflegestützpunkt Werra-Meißner einige Tipps: • Stolperfallen wie lose Teppichkanten und Kabel beseitigen

• Rutschhemmende Bodenbeläge nutzen

• Bewegungsfreiräume schaffen, indem nicht genutzte Möbel entfernt werden

• Stabiles und kippsicheres Mobiliar nutzen, auf dem man sich abstützen kann

• Oft genutzte Gegenstände in Greifhöhe aufbewahren

• Für gute Beleuchtung sorgen

• Haltegriffe und Handläufe zum Beispiel an der Badewanne, im Flur und an Treppen anbringen

• Telefon zentral und in greifbarer Nähe zu einer Sitzgelegenheit anbringen

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